Manfred Mugrauer: Die Österreichischen Freiheitsbataillone in der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee 1944/45

Das 1. Österreichische Freiheitsbataillon in Tribuče im November 1944

Vor 80 Jahren, im November 1944, wurde im befreiten slowenischen Partisanengebiet das erste von insgesamt fünf österreichischen Freiwilligenbataillonen im Verband der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee gebildet. Die Aufstellung von fünf Freiheitsbataillonen war der Höhepunkt der KPÖ-Strategie, einen eigenständigen bewaffneten Beitrag zur Befreiung Österreichs vom Faschismus zu leisten.

Vorrangiges Ziel der KPÖ war die Formierung einer möglichst breiten nationalen Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer. Bereits im Aufruf vom 13. März 1938, den die KPÖ unmittelbar nach dem „Anschluss“ Österreichs veröffentlicht hatte, rief die Partei zum Widerstand gegen die „fremden Eindringlinge und ihre Agenten“ auf.[1] Im Kampf um ein unabhängiges Österreich trat die KPÖ für eine „Volksfront“ aller antifaschistischen und demokratischen Kräfte ein. Als konkrete Gestalt einer solchen Volksfront orientierte die Partei ab 1941/42 auf die Formierung einer „Österreichischen Freiheitsfront“ (ÖFF). Am 22. Oktober 1942 wurde schließlich vom in Moskau stationierten Sender „Freies Österreich“ über die Bildung einer solchen Freiheitsfront berichtet, die zum bewaffneten Widerstand gegen die deutsche Fremdherrschaft aufrief.[2] Um die propagandistische Wirksamkeit zu erhöhen, wurde von der Gründungskonferenz der ÖFF im Sinne einer illegalen Zusammenkunft von 40 Vertretern verschiedener politischer Richtungen, sozialer Schichten und aus allen Bundesländern – etwa eines steirischen Bauern, eines Tiroler Pfarrers, eines Wiener Metallarbeiters, eines Lehrers aus Salzburg oder eines Professors aus Wien – berichtet.

Als Hauptaufgabe der ÖFF wurden die Bildung von Kampfgruppen und die Ausweitung des Widerstands zum nationalen „Volkskrieg“ gegen Hitler formuliert. Ab 1943/44 dominierten Aufrufe zum Partisanenkampf, zur Sabotage in den Rüstungsbetrieben, zur Desertion aus der Wehrmacht und zum Überlaufen zu den Alliierten oder zu den Partisanen die gesamte ÖFF-Propaganda. Nach der Moskauer Deklaration vom November 1943, in der die alliierten Mächte von Österreich einen eigenständigen Beitrag zu seiner Befreiung forderten, wurde diese Erklärung zu einem zentralen Bezugspunkt der ÖFF: Unter Berufung auf die Moskauer Deklaration wurde die besondere Verantwortung der ÖsterreicherInnen hervorgestrichen, durch eine bewaffnete Widerstandsbewegung die durch die Teilnahme am Hitlerkrieg aufgeladene Mitschuld zu kompensieren.

Vor diesem Hintergrund wurden ab 1943 die praktischen Bemühungen intensiviert, durch bewaffnete Kampfgruppen eine breite Volkserhebung zum Sturze des Hitlerfaschismus zu initiieren. Im slowenisch-kärntnerischen Grenzgebiet operierten bereits seit 1941/42 einzelne Partisaneneinheiten im Verband der slowenischen Befreiungsfront (Osvobodilna fronta – OF). Im Herbst 1943 erfuhr der antifaschistische Widerstandskampf in der Steiermark eine qualitative Steigerung, formierte sich doch im obersteirischen Industriegebiet die Partisanengruppe Leoben-Donawitz als Einheit der ÖFF. Sie verübte im Jahresverlauf 1944 mehrere Anschläge auf Eisenbahnanlagen und war in Gefechte mit Militär und NS-Einheiten verwickelt. Ab August 1944 wurden 500 Personen, die mit der Gruppe in Verbindung standen, verhaftet. Im sowjetischen Exil wiederum wurde die „Kampfgruppe Steiermark“ in der Stärke von 24 Mann gebildet, zumeist Februar- und Spanienkämpfer, die nach einer militärischen Ausbildung im Juni 1944 mit dem Fallschirm auf slowenischem Gebiet abgesetzt wurden und 1944/45 im Gebiet der Sau- und Koralpe operierten. In der letzten Kriegsphase schlossen sich auch zahlreiche Deserteure dieser ÖFF-Einheit an. Anfang Mai 1945 befreite die „Kampfgruppe Steiermark“ die weststeirischen Orte Schwanberg und Deutschlandsberg. Der weitreichendste Versuch der KPÖ, mit bewaffnetem Widerstand einen eigenen Beitrag zur Befreiung Österreichs zu leisten, war die Formierung der fünf österreichischen Freiwilligenbataillone ab November 1944.[3]

Hauptorganisator Franz Honner

Die Planungen für einen österreichischen Stützpunkt im jugoslawischen Partisanengebiet, um von dort eine Verbindung ins Land zu schaffen und Partisanengruppen zu organisieren, gehen auf Ende Oktober 1943 zurück. Entsprechende Vorschläge der KPÖ wurden zu diesem Zeitpunkt von Georgi Dimitroff genehmigt.[4] Dimitroff fungierte bis zur Auflösung der Kommunistischen Internationale im Juni 1943 als deren Generalsekretär, danach war er als (stellvertretender) Leiter der Abteilung für Internationale Information (OMI) beim ZK der VKP(b) zentraler Ansprechpartner für die Moskauer Exilführung der KPÖ. Erste Verhandlungen über eine eigenständige österreichische Kampfeinheit fanden im April 1944 statt, als eine jugoslawische Militärmission in Moskau eintraf, um mit dem Oberkommando der Roten Armee über weitere militärische Aktionen gegen die Hitler-Armee zu sprechen. Mitglieder des ZK der KPÖ nutzten diese Gelegenheit, um mit ihr konkret über die Aufstellung eines österreichischen Bataillons im Rahmen der Volksbefreiungsarmee zu beraten. Dabei wurde eine Übereinkunft darüber erzielt, eine Gruppe österreichischer Antifaschisten in das slowenische Partisanengebiet einzufliegen und möglichst nahe zur österreichischen Grenze eine Base zu errichten.[5] Am 8. Mai 1944 wurde bei einer Aussprache der KPÖ-Führung mit Dimitroff die Entsendung von Franz Honner nach Jugoslawien beschlossen.[6]

Franz Honner gehörte seit den 1920er Jahren der Parteiführung an und hatte sich bereits im Spanischen Bürgerkrieg als Organisator des österreichischen „12. Februar-Bataillons“ bewährt.[7] Mit Hilfe der Sowjetregierung wurde er im Juli 1944 nach Slowenien geflogen, wo er mit zwei Begleitern (Franz Gebhard und Ferdinand Gotthardt) über Črnomelj, südlich von Ljubljana, im Gebiet der Bela krajina mit dem Fallschirm absprang.[8] In Črnomelj befand sich der Sitz der zivilen Partisanenverwaltung, wo nun auch ein österreichisches Zentrum errichtet wurde. Anfang Oktober 1944 folgten aus der Sowjetunion 20 weitere Österreicher, darunter mit Friedl Fürnberg und Franz David zwei führende Funktionäre der KPÖ, zahlreiche ehemalige Spanienkämpfer und auch eine Frau, Auguste („Gusti“) Sameck (später Hölzl), die als Funkerin ausgebildet war.[9]

Die entscheidenden Weichenstellungen zur Bildung eines österreichischen Bataillons fanden in Gesprächen mit Vertretern der Kommunistischen Partei Sloweniens am 16. und 30. Oktober 1944 statt. Beschlossen wurde, dass jeder Österreicher ein „Angehöriger des österreichischen Bataillons“ werden könne, der bereit sei, „mit der Waffe in der Hand für die Befreiung Österreichs von der deutschen Okkupation zu kämpfen und sich freiwillig der Disziplin der slowenischen Freiheitsarmee unterstellt“.[10] Es begann nun die Anwerbung von Freiwilligen aus zwei Gruppen von Österreichern: Antifaschisten, die zu den slowenischen Partisanen geflüchtet waren und die teilweise bereits in deren Einheiten kämpften, sowie österreichische Kriegsgefangene der deutschen Wehrmacht, die in jugoslawischen Lagern einsaßen. Federführend bei den Werbeversuchen unter Kriegsgefangenen waren Franz David und Max Bair. Gewiss war für viele der Kriegsgefangenen eine nicht unwichtige Motivation, der Gefangenschaft zu entrinnen, aber sie waren auch dafür zu gewinnen, für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Österreichs erneut zur Waffe zu greifen.

Dušan Pirjevec-Ahac, Sekretär der Gebietsleitung der KP Sloweniens für Kärnten, der an den Besprechungen im Oktober teilgenommen hatte, fungierte als „Referent für österreichische Fragen beim Stab der IV. Zone“ und organisierte die Sammlung der österreichischen Freiwilligen, deren Aufnahme in das Bataillon von Franz Gebhard im Stützpunkt Ljubno nahe der Kärntner Grenze bestätigt wurde.[11] In Tribuče, einem Dorf in der Nähe von Črnomelj, wurde eine zweite Sammelstelle errichtet, wo sich bis November etwa 100 Kämpfer einfanden, die militärisch auf den Partisanenkrieg vorbereitet und politisch geschult wurden.

Formierung am 24. November 1944

Am 4. November 1944 richtete eine 63 Mann starke Gruppe österreichischer Kriegsgefangener, die sich „Österreichisches Partisanenbataillon“ nannte, ein Schreiben an das Oberkommando der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee, in dem darum gebeten wurde, „als kämpferische Einheit in die Jugoslawische Volksbefreiungsarmee aufgenommen zu werden, um Schulter an Schulter mit den freiheitsliebenden Völkern den Deutschen Faschismus vernichten helfen zu können“.[12] Auf Grundlage dieser Erklärung wurde ein Komitee aus antifaschistischen Freiwilligen und Vertretern der Kriegsgefangenen gebildet, das sich am 23. November 1944 an den Hauptstab der nationalen Befreiungsarmee Sloweniens wandte, mit der Bitte, eine österreichische Einheit zu formieren. Diesem Komitee gehörten Max Bair (Bauer, Tirol), Roman Füchsel (Schlosser, Linz), Anton Schober (Bauer, Steiermark), Johann Truppe (Bauer, Kärnten), Leo Breininger (Eisenbahner, Wien) und Peter Tatschl (Arbeiter, Kärnten) an. Bereits tags darauf erfolgte die positive Antwort, und es wurde der Befehl erteilt, ein Bataillon zu bilden.[13]

Zur Koordinierung waren der Einheit slowenische Verbindungsoffiziere (Jože Zaletel-Cene, Boris Butina und Leopold Lesnik-Friedl) zugeteilt, die militärischen Kommandanten und politischen Kommissare waren aber österreichische Kommunisten. Die Kommandosprache war deutsch, die Kämpfer trugen österreichische Symbole. Zum ersten Kommandanten des österreichischen Bataillons wurde der Spanienkämpfer Max Bair bestellt, ein ehemaliger Tiroler Bauer, der 1937 seine Kühe verkauft hatte, um sich mit dem Erlös seine Fahrt nach Spanien zu finanzieren.[14] Er wurde Anfang Dezember 1944 von einem Provokateur mit einer Maschinenpistole schwer verwundet und hierauf vom Floridsdorfer Schutzbündler und ehemaligen Interbrigadisten Leopold Stancl abgelöst. Politkommissar des Bataillons war zunächst der Linzer Schutzbündler und Spanienkämpfer Roman Füchsel, der aus der „Kampfgruppe Steiermark“ ins Bataillon gewechselt war, bzw. nach dessen Verwundung im März 1945 Franz Gebhard, Leutnant im Spanienkrieg, der seit Juli 1944 im Auftrag von Honner illegal in Kärnten gearbeitet und Verbindungen mit den slowenischen Partisanen geknüpft hatte.

Am selben Tag, dem 24. November 1944, fand auf einer Wiese in der Nähe von Tribuče eine kleine Gründungsfeier statt, an der auch höhere Offiziere und Vertreter des Generalstabs der Volksbefreiungsarmee und der Partisaneneinheiten Sloweniens teilnahmen, unter ihnen General Jaka Avsič, der nach der Eröffnungsrede von Honner eine Ansprache hielt.[15] Hierauf legten die Kämpfer den feierlichen Treueeid ab, der wenige Wochen zuvor im Moskauer Exil von Ernst Fischer entworfen worden war und mit den Worten „Tod dem Faschismus! Freiheit dem Volke!“ schloss.[16] Damit war die erste bewaffnete österreichische Einheit seit der Auslöschung des Landes im März 1938 gegründet, was vom „Sender Österreich“ als „wahrhaft geschichtliches Ereignis im Prozess der Wiedergeburt eines freien demokratischen Österreich“ gewertet wurde.[17]

Feuertaufe bei Jama

In Summe gehörten vom November 1944 bis zu seiner Ankunft in Wien im Juni 1945 etwas mehr als 160 Kämpfer dem 1. Österreichischen Bataillon an.[18] Gleichzeitig waren wohl nie mehr als etwa 100 Kämpfer im Bataillon.[19] Der sozialen Zusammensetzung nach überwogen im 1. Bataillon bei weitem die Bauern, während der Einheit nur wenige Arbeiter angehörten. Das Durchschnittsalter lag über 40 Jahre.[20] Franz David, der seit 1928 als Arzt in der Sowjetunion arbeitete und 1935 zur illegalen Arbeit nach Österreich entsendet worden war, war für die medizinische Betreuung des Bataillons zuständig und gestaltete von Oktober 1944 bis April 1945 täglich eine 15-minütige Radiosendung, die von einem „Österreichischen Freiheitssender“ in Črnomelj ins Land übertragen wurde.[21]

Das Bataillon gliederte sich in zwei Kompanien, die von Johann Truppe – einem früheren Feldwebel im Ersten Weltkrieg, der angesichts seiner bevorstehenden Einberufung zur SS freiwillig nach Slowenien gegangen war – und Anton Schober – einem Unteroffizier der Wehrmacht, der sich in Gefangenschaft begeben hatte – befehligt wurden. Beide standen bis dahin in keinerlei Beziehung zur KPÖ.[22] Die Politkommissare der Kompanien waren die Kommunisten Leo Breininger und Peter Tatschl. Bereits im Sammellager war eine Parteizelle der KPÖ gebildet worden.[23] Kommunisten bildeten damit den politischen Kern der Einheit, sie waren „das Rückgrat des Bataillons“.[24] Zahlenmäßig waren KPÖ-Mitglieder jedoch gegenüber den vor allem aus Kriegsgefangenen rekrutierten Kämpfern weitaus in der Minderheit. Im März 1945 gehörten zwölf Männer der KPÖ als Mitglied an, weitere zwölf hatten den Status eines „Kandidaten“. [25]

Nach der Formierung blieb das Bataillon bis zum 6. Jänner 1945 in der Sammelbasis in Tribuče, dann wurde es in Marsch gesetzt ins Operationsgebiet in der Suha krajina (im nordöstlichen Teil der Unterkrain), wo faschistische Einheiten wieder Fuß zu fassen begannen. Das Bataillon wurde darauf in Abwehrkämpfen zur Sicherung des bereits befreiten Partisanengebiets eingesetzt. Zunächst war es eine selbstständige militärische Einheit, die direkt dem militärischen Hauptstab unterstellt war. Am 23. Jänner wurde das Österreichische Bataillon zum 4. Bataillon der Cankar-Brigade innerhalb der XV. Division der Volksbefreiungsarmee.[26] Seine Feuertaufe erlebte das Bataillon am 18. Jänner 1945, als es die Brücke über die Krka (Gurk) auf der Straßenverbindung zwischen den Dörfern Dvor und Jama sicherte. Bei Gefechten nahe Podturn (in der Gemeinde Dolenjske Toplice) wurden am 21. Jänner drei Kämpfer getötet.

Die nächsten großen Gefechte fanden am Ende Februar und Anfang März bei Sveti Primož und Lašče statt. Mitte März wurde das Bataillon aus dem Kampf genommen und nahe Toplice einquartiert. Anfang April abermals ins Kampfgebiet verlegt, fielen am 6. April 1945 vier Bataillonsangehörige bei Kamni Vrh. Am 11. April war das Bataillon in ein schweres Gefecht mit SS-Truppen in der Nähe von Topla Reber verwickelt. Insgesamt hatte das Bataillon 13 Gefallene und 19 Verwundete zu beklagen, die nach Bari ausgeflogen wurden.[27] Angesichts der Tatsache, dass die Rote Armee in diesen Tagen Wien befreite, breiteten sich im Bataillon Kampfmüdigkeit und Demoralisierungserscheinungen aus. Bis 5. Mai war die Einheit im operativen Einsatz in der Unterkrain, hierauf folgten Kampfmärsche Richtung Norden, wo sie an der Belagerung von Ljubljana teilnahm. Am 9. Mai 1945 marschierte das Bataillon unter dem Jubel der Bevölkerung in die slowenische Hauptstadt ein.[28]

Mitverantwortung der ÖsterreicherInnen

Ungeachtet der militärischen Leistungen des Bataillons war seine grundlegende Bedeutung vor allem propagandistischer Natur: Der Weltöffentlichkeit sollte vor Augen geführt werden, dass eine waffentragende österreichische Einheit auf Seiten der Anti-Hitler-Koalition ins Kriegsgeschehen eingegriffen hatte, um den Nazifaschismus zu besiegen. Nachrichten über die Gründung des Bataillons erschienen bereits im Dezember 1944 in den Zeitungen österreichischer Exilorganisationen und auch in den Tageszeitungen der alliierten Länder.[29] Darüber hinaus wurde an die Existenz des Bataillons die Hoffnung geknüpft, dass dadurch österreichischen Freiheitskämpfern der Übergang nach Slowenien und österreichischen Soldaten die Desertion aus der Wehrmacht erleichtert werden würde.[30] Vom Bataillon sollte auch eine Vorbildwirkung für den Partisanenkampf im Land selbst ausgehen. Seine Gründung sei ein „Ruf an Österreich, sich gegen seine Unterdrücker zu erheben zum heiligen Volkskrieg für seine Befreiung“.[31]

In der kommunistischen Argumentation ging es nicht nur um den eigenen Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung, sondern auch darum, mit konkreten Taten die Mitverantwortung der ÖsterreicherInnen an den Verbrechen des Hitlerfaschismus wettzumachen: „Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken und zugeben, dass wir Österreicher Hitler in seinem Raubkriege geholfen haben“, war in einer Broschüre mit dem Titel „Volkskrieg gegen die deutschen Okkupanten“ zu lesen, die zu Jahresbeginn 1945 in Kärnten und der Steiermark zur Verteilung gelangte. Konkret wurde in diesem Zusammenhang auf die österreichischen Soldaten an den Fronten hingewiesen, sowie auf die österreichischen Arbeiter und Bauern in der Kriegswirtschaft. „Wir tragen als Volk die Verantwortung dafür und es kann niemandem gelingen, sich von dieser Verantwortung frei zu sprechen. Es gibt nur einen Weg, um dieser Schuld ledig zu werden, die unser Volk zweifellos auf sich geladen hat: den Weg des unermüdlichen und unerbittlichen Kampfes gegen die deutsche Tyrannei. Diesen Weg weist das erste österreichische Bataillon in der Volksarmee Sloweniens.“[32]

Landeskomitee der Freiheitsfront

Nachdem Franz Honner im Juli 1944 in Slowenien gelandet war, hatte er nicht nur mit den militärischen Vorbereitungen für die Formierung eines österreichischen Bataillons begonnen, sondern auch mit der politischen Arbeit zur Organisierung des Widerstands auf österreichischem Boden. Unmittelbar nach seiner Ankunft entsandte er Franz Gebhard nach Südkärnten und in die Steiermark, wo dieser als Vertreter der KPÖ Verbindungen zu örtlichen Parteizellen und Widerstandsgruppen knüpfen sollte. Bereits am 21. Juli 1944 erging ein von Honner gezeichneter Aufruf der KPÖ an „alle österreichischen Patrioten und Hitlergegner zu den Waffen, zum sofortigen Beginn des Partisanenkampfes“.[33] Anfang August folgte ein von Honner als „führendem österreichischen Kommunisten“ unterzeichneter Aufruf „zur beschleunigten Entfaltung des Volkskrieges“, mit dem er sich im Sender Freies Österreich an die österreichische Bevölkerung wandte.[34] Am 22. August 1944 richtete er einen Aufruf an die Parteiorganisationen in Steiermark und Kärnten, in dem ebenso „die Organisierung und Führung des Partisanenkampfes […] mit dem Ziele seiner systematischen Verbreiterung zum allgemeinen, bewaffneten Volkskampf gegen die Hitlerokkupanten“ als Hauptaufgabe hervorgehoben wurde. Die dortigen Parteigruppen wurden angewiesen, alle gefährdeten Genossen nach Slowenien zu schicken, um entweder dort den Partisanenkampf zu verstärken oder für bewaffnete Aktionen zurück ins Land geschleust werden zu können.[35]

Zugleich knüpfte Honner Kontakte zu Vertretern der Revolutionären Sozialisten und der Christlichsozialen. Gemeinsam mit dem späteren steirischen Landesrat und ÖGB-Landesvorsitzenden Fritz Matzner (SPÖ), dem damaligen Kärntner Landesleiter der RS Erwin Scharf und dem katholischen Rechtsanwalt Otto Zhuber, dem ehemaligen Bürgermeister von Völkermarkt, schuf er schließlich ein „Landeskomitee der Österreichischen Freiheitsfront für Steiermark und Kärnten“.[36] Im Dezember 1944 trat dieses Komitee mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, in dem die Bevölkerung zum „aktiven, rücksichtslosen Kampf gegen das Nazi-Barbarentum“ aufgefordert wurde.[37] Am 11. März 1945 richtete das Komitee einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt, den britischen Premier Churchill und an Stalin, in dem die Staatsmänner ersucht wurden, nach dem Vorbild des Freiheitsbataillons auch in den alliierten Armeen eigenständige österreichische Formationen zu bilden.[38]

Die Kampfgruppe Frank

Als die KPÖ-Führung im Moskauer Exil mit den Planungen begann, in Slowenien ein österreichisches Freiwilligenbataillon aufzustellen, verfügte sie nur über spärliche Informationen aus dem Land, über die Stimmung der Bevölkerung und über Einfluss und Stärke der kommunistischen Parteiorganisationen. Waren zunächst noch Emissäre nach Österreich entsandt worden, um dort den Widerstand anzuleiten und einen gewissen Informationsfluss zu gewährleisten (z.B. Ludwig Schmidt, Erwin Puschmann, Leo Gabler und Hermann Köhler), so gab es nach der Zerschlagung der zentralen Leitungsstrukturen durch die Gestapo im Jahr 1943 keine direkte Verbindung mehr ins Land. Einzig auf Basis von Berichten übergelaufener Deserteure und Kriegsgefangener konnte sich die Parteiführung ein gewisses Bild machen.

Der einzige Kontakt nach Wien lief 1944/45 über Funk zu Gregor Kersche, einem der führenden Parteifunktionäre in der Ersten Republik. Kersche war im Juni 1943 von Moskau kommend mit dem Fallschirm über Partisanengebiet abgesprungen und hatte sich von Warschau nach Wien durchgeschlagen, um die kommunistischen Widerstandsgruppen auf die „Österreichische Freiheitsfront“ auszurichten. Anfang 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und führte seither unter ihrer Kontrolle zahlreiche „Funkspiele“ mit der Moskauer Parteiführung durch, deren Inhalte aber von dieser von Beginn an mit Misstrauen aufgenommen wurden.[39]

Auch um Klarheit hierüber zu schaffen, wurde im Dezember 1944 Willi Frank, Mitglied des Zentralkomitees der Partei, zu Franz Honner und Friedl Fürnberg nach Slowenien geschickt. Ein Beschluss, Frank von dort zur Verstärkung der illegalen Arbeit nach Wien zu entsenden, war bereits im September 1944 gefasst worden.[40] Frank war nach dem „Anschluss“ im Jahr 1938 einer der Organisatoren der illegalen Arbeit in Wien. Ab 1940 wirkte er in Moskau als Vertreter des KJV im Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugendinternationale und als Mitglied der Parteiführung der KPÖ. Vor seiner Abreise nach Slowenien war er in der Arbeit unter österreichischen Kriegsgefangenen in Krasnogorsk eingesetzt.

Am 10. Dezember 1944 wurde Frank mit vier weiteren Genossen – Josef Bliemetzrieder, Laurenz Hiebl, Leopold Stancl und Richard Wagner – mit einem sowjetischen Flugzeug über Kiew und Belgrad ins slowenische Partisanengebiet nach Črnomelj gebracht.[41] Unmittelbar darauf liefen in Tribuče die Vorbereitungen für eine ins Land gerichtete Operation an, um dort die Widerstandsbewegung zu aktivieren. Frank war der politische Verantwortliche, Hiebl wurde zum militärischen Leiter ernannt.[42] Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten verzögerte sich der Beginn der Aktion bis zum Februar 1945.[43] Frank wurde schließlich mit zwei kleinen Kampfgruppen in der Gesamtstärke von 14 Mann Richtung Österreich in Marsch gesetzt, unter ihnen auch Karl Brunnflicker, Ferdinand Gotthardt, Johann Hierzer, Willi Högl, Andreas Luttenberger, Adolf Miklin, Peter Tatschl und Richard Wagner. Zwei Fünfergruppen sollten in Wehrmachtsuniformen in die Steiermark und nach Kärnten gehen, um hier weitere Partei- und Partisanengruppen zu schaffen, während sich Frank nach Wien durchschlagen sollte, um Verbindungen herzustellen und verlässliche Informationen zu erhalten.[44] Die Männer waren für ihre Aufgabe politisch und militärisch bestens vorbereitet: Sie waren als Funker ausgebildet, hatten Kampferfahrung, konnten die notwendigen Dokumente wie etwa Soldbücher und Urlaubsscheine fälschen und waren in der Lage, mit einfachsten Mitteln Flugblätter und Aufrufe herzustellen.

Am 17. Februar brach die Gruppe mit einem Pferde- und Ochsengespann Richtung Norden nach Poljane auf. Tags darauf wurde der Marsch in das Dorf Smuka fortgesetzt, wo zwei slowenische Bataillone zur Sicherheit der Gruppe bereitstanden. Tags darauf sollte der Marsch über die Save und die Drau nach Österreich fortgesetzt werden. Am Morgen des 19. Februar erfolgte jedoch ein Überraschungsangriff auf Smuka. „Niemand weiß bis heute, von wo diese sich überraschend anschlichen bzw. ihren Ausgangspunkt hatten“, berichtet Peter Tatschl, der vom Österreichischen Bataillon zur Gruppe Frank gestoßen war, über den Maschinengewehr-Angriff von im slowenischen Partisanengebiet operierenden Weißgardisten.[45]

Augenzeugenberichten zufolge suchten Frank, Högl und Tatschl Deckung in einer Mulde, von der aus sie das Feuer erwiderten. Högl war bereits im Oktober 1944 mit der Gruppe um Friedl Fürnberg als Radist aus der Sowjetunion nach Slowenien gekommen. Um zu den anderen Angehörigen ihrer Gruppe zu gelangen, verließen die drei die Deckung, worauf Frank und Högl ins Kreuzfeuer gerieten. Beide mussten verwundet zurückgelassen werden und wurden später von den Faschisten aus nächster Nähe mit Kopfschuss ermordet. Kurz darauf wurde der Angriff von einem slowenischen Sturmbataillon zurückgeschlagen. Die Radiostationen, Uniformen und Flugblätter waren jedoch bereits in die Hände des Feindes gefallen. Verdachtsmomente, wonach Verrat für das Scheitern der Aktion verantwortlich hätte sein können, bestätigten sich bei näherer Untersuchung der Ereignisse nicht.[46] Nach dem Scheitern des Vorhabens kehrten die Männer zur Base zurück, um das 1. Österreichische Bataillon zu verstärken. Bis zur Befreiung der Stadt durch die Rote Armee im April 1945 gelang es der KPÖ nicht mehr, eine gesicherte Verbindung nach Wien herzustellen.

Vier weitere österreichische Bataillone

Während das 1. und das 3. Österreichische Freiheitbataillon von jenen Antifaschisten organisiert wurden, die aus Moskau kamen, wurden das 2., 4. und 5. Bataillon von einer Gruppe österreichischer Politemigranten um Othmar Strobel vorbereitet. Etwa 20 kommunistische Aktivisten, unter ihnen Emanuel Edel, Moritz Fels-Margulies, Max Goldberger, Paul Herrnstadt, Peter Hofer, Theodor Maller, Otto Spitz, Max Stern und Zalel Schwager, kamen aus eigenem Antrieb aus dem befreiten Frankreich, aus Belgien und der Schweiz nach Serbien, nachdem sie gehört hatten, dass im Verband der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee ein österreichisches Freiwilligenbataillon aufgestellt worden war. Sie hatten als Interbrigadisten in Spanien bzw. danach als Partisanen in Belgien und Frankreich gekämpft, einige von ihnen flohen aus dem Lager Bassecourt in der Schweiz, um nach Jugoslawien zu gelangen.[47] Im Dezember 1944 begab sich die Gruppe auf schnellstem Wege über Marseille und die süditalienische Hafenstadt Bari, wo sich eine Basis der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee befand, nach Belgrad.[48]

Ende Jänner 1945 wurde Franz Honner von der Moskauer Exilführung der KPÖ über die Ankunft der 20 Genossen in Jugoslawien informiert.[49] Die KP Jugoslawiens wurde zwar gebeten, die Gruppe nach Slowenien weiterzuschicken,[50] was sich aber nicht realisieren ließ. Stattdessen erhielt Othmar Strobel in Belgrad von den zuständigen jugoslawischen Stellen die Zustimmung, in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern in der Nähe Belgrads österreichische Freiwillige zu werben. Hinzu kamen einige Österreicher, die bereits zuvor in jugoslawischen Einheiten gekämpft hatten, bzw. österreichische Antifaschisten, die mit der deutschen Strafdivision 999 nach Griechenland gekommen, dort desertiert und zu den Partisanen übergegangen waren, unter ihnen Leopold Spitaler.

Am 10. März 1945 wurde schließlich in Batajnice, einem Vorort von Belgrad in der Gemeinde Zemun (deutsch Semlin), das 2. Bataillon (ca. 170 Mann) gegründet und im April der 51. Division der III. Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee als Reserveeinheit zugeteilt. Es blieb bis Kriegsende in Divisionsreserve. Kommandant des Bataillons war Peter Hofer, Politkommissar war Leopold Spitaler.[51] Der Aufstellung der Einheit vorangegangen war eine Besprechung der Gruppe mit Honner und Fürnberg, die mit dem Flugzeug nach Belgrad gekommen waren.[52] Die Gründung des 4. und 5. Bataillons (151 und 254 Mann) wurde im April vorbereitet, formal wurden die Einheiten aber erst am 9. bzw. 24. Mai in Zemun aufgestellt. Die beiden Bataillone wurden nicht mehr in jugoslawische Einheiten eingegliedert, da inzwischen die deutsche Wehrmacht kapituliert hatte und deshalb der Befehl erteilt wurde, nach Wien einzurücken. Auch der Aufstellung dieser beiden Bataillone waren Besprechungen mit Franz Honner vorausgegangen, der zwecks Rückkehr ins befreite Wien von Zadar nach Belgrad geflogen war.[53] Kommandant des 4. Bataillons war Max Goldberger, Politkommissar war Paul Herrnstadt. Das 5. Bataillon wurde von Otto Spitz kommandiert, Politkommissar war Alfred Wiesinger. Die beiden Bataillone gliederten sich in jeweils zwei Infanteriekompanien mit je drei Zügen. Ihrer sozialen Zusammensetzung nach rekrutierten sie sich mehrheitlich aus Arbeitern, in zweiter Linie aus Bauern und in weiterer Folge aus Angestellten, Handwerkern, Intellektuellen und Selbstständigen.[54] Die Bataillone 2, 4 und 5 standen in keinem direkten militärischen Einsatz. Das 2. Bataillon erhielt am 29. April den Befehl zum Abmarsch in die Heimat und verließ am 7. Mai Virovitica. Am 12. Mai gelangte es als erste österreichische Einheit nach Wien. Anfang Juni folgten das 4. und 5. Bataillon.[55]

Das 3. Bataillon wiederum ging auf die Rekrutierung von Österreichern in kroatischen Kriegsgefangenenlagern zurück: Als Franz Honner im April mit dem LKW von Črnomelj nach Zadar (und von dort mit dem Flugzeug weiter nach Belgrad) reiste, machte er beim Stab der IV. Jugoslawischen Armee im dalmatischen Gospič halt, wo er erfuhr, dass sich in deren Lagern österreichische Überläufer und Kriegsgefangene befänden. Er beauftragte daraufhin den ehemaligen Spanienkämpfer Laurenz Hiebl Freiwillige anzuwerben. Dieser rekrutierte bis Ende April in den Lagern von Zadar, Senj, Knin und Šibenik knapp 600 Kriegsgefangene, die in der Sammelbasis in Gospič in vier Kompanien unterteilt wurden. Hiebl wurde Kommandant des Bataillons, Politkommissar war der Eisenbahner Georg Rumboldt. Auch das 3. Österreichische Bataillon kam nicht mehr zum Einsatz. Nach Kriegsende marschierte es von Gospič nach Ljubljana, wo es am 26. Mai eintraf. Am 8. Juni brach das Bataillon mit dem Zug Richtung Österreich auf und kam am 9. Juni 1945 – nach einem Zwischenstopp in Graz – am Wiener Südbahnhof an.[56] Das 1. Bataillon, das monatelang im Kampfeinsatz gestanden und am 9. Mai gemeinsam mit jugoslawischen Einheiten in Ljubljana eingezogen war, wurde am 26. Mai Richtung Österreich in Marsch gesetzt. Von Maribor ging es zu Fuß ins untersteirische Feldbach, wo die Kämpfer von der Roten Armee übernommen wurden. Am 7. Juni 1945 erreichte das Bataillon Wien in einer Stärke von 89 Mann.[57]

Polizeidienst in Wien

In Wien wurden die Angehörigen der Freiheitsbataillone begeistert empfangen. Bei einer Kundgebung am 15. Mai im Burghof wurde das 2. Bataillon von Bürgermeister Theodor Körner und Regierungsmitgliedern begrüßt. Bei dieser Gelegenheit hielt auch Franc Leskošek-Luka als Minister der slowenischen Regierung eine Rede.[58] Am 17. Juni 1945 marschierten alle fünf Bataillone am „Tag der Volkssolidarität“ unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf der Wiener Ringstraße auf.[59]

Franz Honner, nunmehr Staatssekretär für Inneres in der Provisorischen Regierung Renner, ließ sich vom Kabinettsrat ermächtigen, die Bataillonsangehörigen in den Polizeidienst einzugliedern, sofern diese nicht den Wunsch äußerten, in ihre Heimatorte zurückzukehren.[60] „Ich bitte euch, meine Kameraden, sich mir für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Ich verlasse mich auf eure Mitwirkung, weil ich weiß: In eurem Lager war Österreich und in dem Geiste, der euch beseelt, soll das neue Österreich aufgebaut werden“, sprach Honner am 15. Mai 1945 zu den Freiheitskämpfern.[61] Das 2. Bataillon wurde darauf der Wiener Polizeidirektion zugewiesen und als Mitglieder der Alarmeinheit des Polizeilichen Hilfsdienstes in der Hofburg einquartiert. Von 170 Mann erklärten sich 138 zur Verwendung im Polizeidienst bereit, von denen 124 als geeignet eingestuft wurden.[62] Von den Angehörigen des 1. Bataillons, das monatelang im Kampf gestanden war und dessen Angehörige vor allem aus dem ländlichen Raum stammten, sprachen sich hingegen 85 Prozent für die sofortige Demobilisierung aus.[63]

Die Bataillone übernahmen in weiterer Folge verschiedene Aufgaben, um die Sicherheitsverhältnisse in Wien und Umgebung zu verbessern. Sie hielten Wache bei Regierungsgebäuden und sonstigen wichtigen Objekten und begleiteten Transporte in die Bundesländer. Peter Hofer, bisher Kommandant des 2. Bataillons und nunmehr Stellvertreter des Generalinspekteurs der Wiener Sicherheitswache, wurde der Oberbefehl über alle fünf Bataillone in Wien erteilt. Zahlreiche Angehörige der Freiheitsbataillone rüsteten in den Folgemonaten ab: Eine Liste von Anfang Oktober 1945 weist 368 zum damaligen Zeitpunkt noch im Dienst stehende Männer „zur Demobilisierung“ aus.[64] Etwa 150, die im Mai in den Polizeidienst eingetreten waren, hatten bereits im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang Oktober abgerüstet.[65] Von den ursprünglich 170 Männern des 2. Bataillons hatten bis Jänner 1946 60 demobilisiert, um in ihre Heimatorte zurückzukehren.[66]

Etwa 300 frühere Angehörige der Freiheitsbataillone wurden ab Juli 1945 aus Wien abgezogen und einige Monate lang als Verstärkung im niederösterreichischen Grenzschutz eingesetzt. Hier war aufgrund der Flüchtlingsströme und aufgrund des Einfalls plündernder bewaffneter Banden eine chaotische Lage entstanden. Solche Grenzsicherungszüge wurden in neun Orten in vier Rayonen gebildet: in Mistelbach, Hollabrunn, Retz, Horn, Gänserndorf, Dürnkrut, Waidhofen an der Thaya, Zwettl und Bruck an der Leitha. 112 Mann waren im Raum Gänserndorf und Mistelbach stationiert (Rayon I), 85 im Raum Retz (Rayon II), 72 im Raum Gmünd, Waidhofen an der Thaya, Horn und Zwettl (Rayon III) und 22 im Bezirk Bruck an der Leitha (Rayon IV). Kommandanten der Rayone waren Laurenz Hiebl, Leopold Stancl, Max Goldberger und Franz Gebhard.[67] Insgesamt wurden an der tschechoslowakischen Grenze im nördlichen und östlichen Niederösterreich neun Assistenzzüge mit je 30 Mann der Freiheitsbataillone aufgestellt,[68] was eine deutliche Besserung der dortigen Sicherheitsverhältnisse zur Folge hatte. Es liegen zahlreiche Dankschreiben von Bürgermeistern und Ämtern vor, die den Anteil der Freiheitsbataillone an der Stabilisierung im Bereich der Sicherheit belegen. Der Bürgermeister des Grenzorts Karlstift (heute Gemeinde Bad Großpertholz) im Bezirk Gmünd teilte mit, dass sich die Freiheitskämpfer sogar „bei Übergriffen seitens der Russen immer bewährt“ hätten, weshalb deren Anwesenheit für die Bevölkerung „eine große Beruhigung“ sei.[69]

Laurenz Hiebl, Rayonskommandant in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach, erinnerte sich später an den Einsatz im Grenzschutz: „Unsere Aufgaben reichten weit über die der Gendarmerie und der Zollwache hinaus. In den bewaldeten Gebieten der March, der Thaya aufwärts gab es Wlassow-Banden, Reste der faschistischen Armee und sonstige Volksfeinde. Sie plünderten, raubten, mordeten, versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die Leute konnten nur unter größter Gefahr ihrer Arbeit nachgehen. Wir waren gut bewaffnet, motorisiert. Nach zwei Wochen Einsatz waren die Banden vertrieben, Plünderer und zwei Raubmörder gefaßt. Die Dorfbewohner konnten nun ihre Ernte einbringen, ihre ersten Nachkriegskirtage in Sicherheit abhalten.“[70]

Die Kommandanten und Offiziere der Freiheitsbataillone, durchwegs Kommunisten mit hohen militärischen Rängen, wurden zum Teil in den Dienst der Wiener Polizeidirektion übernommen. Mit Moritz Fels-Margulies, Max Goldberger, Paul Herrnstadt, Peter Hofer und Otto Spitz fungierten fünf Angehörige der Freiheitsbataillone als Bezirkskommissariatsleiter in Wien. Zalel Schwager (Personalchef) und Othmar Strobel (Vizepräsident) waren in führenden Positionen in der Polizeidirektion tätig.[71] 1946 wandelte sich jedoch das politische Klima unter Innenminister Oskar Helmer (SPÖ), der in dieser Funktion Franz Honner abgelöst hatte. Für Helmer stand die Zurückdrängung des kommunistischen Einflusses im Mittelpunkt. Die Ernennung von Kommunisten in die verschiedenen Verwendungsgruppen nach dem Beamtendienstrecht wurde hinausgezögert, viele wurden auf weniger einflussreiche Posten in der Wiener Polizei abgeschoben. Nach Beendigung der Grenzschutzaktivitäten im Juni 1946 wurden mit Leopold Stancl, Laurenz Hiebl und Franz Gebhard gleich drei der vier Rayonskommandanten nicht in den Polizeidienst übernommen. Sie übten danach führende Funktionen im Werkschutz der Sowjetischen Mineralölverwaltung (SMV) aus.[72]

„Kommunistische Parteigarde“?

Einer Bilanz des früheren Bataillonskommandanten Max Bair zufolge, der bis in die 1980er Jahre hinein eine umfassende Dokumentation erstellte, umfassten die fünf Österreichischen Freiheitsbataillon in Summe 1.343 Freiwillige.[73] Nach 1945 geriet die einzige bewaffnete Formation, die unter österreichischem Kommando auf Seiten der Alliierten gegen den Hitlerfaschismus gekämpft hatte, allmählich in Vergessenheit. Im Rahmen der Staatsvertragsverhandlungen führte die österreichische Delegation zwar das Freiheitsbataillon ins Treffen, um anknüpfend an die Moskauer Deklaration einen eigenen Beitrag Österreichs zu seiner Befreiung geltend machen zu können. In der offiziellen Erinnerungskultur und im öffentlichen Bewusstsein spielten die Bataillone aber keine Rolle, war doch ihre Aufstellung vor allem mit dem Wirken österreichischer Kommunisten verbunden, die im Zuge des Kalten Krieges aus der aktiven Gestaltung der Zweiten Republik hinausgedrängt wurden. Die Erinnerung daran, dass Kommunistinnen und Kommunisten den Kampf für ein unabhängiges und demokratisches Österreich organisierten, sollte möglichst wenig wach gehalten werden.

Fanden die Bataillone doch Erwähnung, so wurden sie, etwa von Vizekanzler Adolf Schärf und Innenminister Oskar Helmer (SPÖ), als „kommunistische Parteigarde“ denunziert,[74] obwohl tatsächlich nur ein kleiner Teil ihrer Angehörigen Mitglieder der KPÖ waren. So gehörten etwa sowohl im 4. als auch im 5. Bataillon nur 14 Männer – und damit nur 28 der mehr als 400 Kämpfer – der KPÖ als Mitglied an.[75] Noch in einer 2001 erschienenen Veröffentlichung von Albert Sternfeld wurden die Freiheitsbataillone als eine „im Auftrag und Interesse einer fremden Macht“ agierende Einheit abgewertet.[76]

Als sichtbarster Ausdruck bewaffneten Widerstands gegen die Nazidiktatur sind die Österreichischen Freiheitsbataillone nicht nur ein Fixpunkt in der Geschichte und Gedenkkultur der KPÖ. Ähnlich wie der Kampf von 1.400 ÖsterreicherInnen in den Reihen der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg sind sie eine herausragende Leistung in der Geschichte der gesamten revolutionären ArbeiterInnenbewegung.

Das 2. Österreichische Freiheitsbataillon am 15. Mai 1945 in der Wiener Hofburg

Anmerkungen:

[1] Aufruf des ZK der Kommunistischen Partei Österreichs, in: Die nationale Frage und Österreichs Kampf um seine Unabhängigkeit. Ein Sammelband. Paris: Editions Prométhée 1939, S. 209–211, auch abgedruckt in: Die Kommunistische Partei Österreichs. Beiträge zu ihrer Geschichte und Politik, hg. von der Historischen Kommission beim Zentralkomitee der KPÖ. Wien: Globus Verlag 21989, S. 272f.

[2] Für ein freies unabhängiges Österreich. Moskau: Verlag für fremdsprachige Literatur 1943, S. 13–19. Vgl. dazu Mugrauer, Manfred: Antifaschistische Volksfront und „demokratische Republik“. Die Exilkonzeptionen der Kommunistischen Partei Österreichs vor dem Hintergrund der sowjetischen Österreichpolitik, in: Hilger, Andreas/Schmeitzner, Mike/Vollnhals, Clemens (Hg.): Sowjetisierung oder Neutralität? Optionen sowjetischer Besatzungspolitik in Deutschland und Österreich 1945–1955. Göttingen 2006 (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Bd. 32), S. 41–76, hier S. 54–57.

[3] Wenn nicht anders angegeben, dann folgt dieser Beitrag diesen Veröffentlichungen: Holzer, Willibald Ingo: Die österreichischen Bataillone im Verbande der NOV i POJ. Die Kampfgruppe Avantgarde/Steiermark. Die Partisanengruppe Leoben-Donawitz. Dissertation Universität Wien 1971, S. 238–539; Fürnberg, Friedl: Österreichische Freiheitsbataillone. Österreichische Nation. Wien: Globus Verlag 1975, S. 5–32; Butina, Boris: Das Österreichische Freiheitsbataillon im Rahmen der Volksbefreiungsarmee und der jugoslawischen Armee. Ihr Beitrag im Kampf gegen den Nazismus und zur Befreiung Österreichs, in: Vestnik Koroških Partizanov (Ljubljana), 22. Jg. (1988), Nr. 1–2, S. 79–86.

[4] RGASPI 495/74/22/5, Johann Koplenig an Georgi Dimitroff, 21.10.1943 (Kopie in DÖW 22865/41), auszugsweise abgedruckt in: Österreicher im Exil – Sowjetunion 1934–1945. Eine Dokumentation, hg. vom DÖW. Wien: Deuticke 1999, S. 708f.

[5] Fürnberg: Freiheitsbataillone, S. 5f.

[6] Tagebucheintrag am 8. Mai 1944, in: The Diary of Georgi Dimitrov 1933–1949. Introduced and edited by Ivo Banac. New Haven & London: Yale University Press 2003.

[7] Mugrauer, Manfred: „Liebling und Stolz der Partei“. Franz Honner: Arbeiter- und Streikführer, Staatssekretär und Parlamentarier, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, 31. Jg. (2024), Nr. 1, S. 1–10.

[8] Franz Honner. Das Leben eines österreichischen Kommunisten, hg. von der Kommunistischen Partei Österreichs. Wien o.J. [1964], S. 34.

[9] ZPA der KPÖ, Max Bair: Erlebnisse, Berichte, Dokumente zum I. Österreichisches Freiheitsbataillon (Oktober 1944 bis Juni 1945), Oktober 1982, S. 24 (auch in DÖW 19611); Interview mit Franz David am 12. und 14.2.1975, S. 1.

[10] ZPA der KPÖ, Gedächtnisprotokoll über die Beschlüsse zu einigen österreichischen Fragen, Standort, 16.10.1944; Gedächtnisprotokoll über die Beschlüsse in Angelegenheit des österr. Baons, 30.10.1944.

[11] DÖW 992, Aufnahmeansuchen an den Vorbereitenden Zentralausschuss für die Österreichische Freiheitsfront mit handschriftlichen Lebensläufen vom Oktober/November 1944.

[12] ZPA der KPÖ, Österreichisches Partisanen Bataillon an das Oberkommando der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee (N.O.V. i. P.O.J.), 4.11.1944 (Kopie in DÖW 10502c).

[13] ZPA der KPÖ, Komitee an den Hauptstab der Volksarmee und der Partisanenabteilungen Sloweniens, 23.11.1944; Glavni Štab Nov in Po Slovenije, Befehl, 24.11.1944 (Kopie in DÖW 10502c).

[14] Kisch, Egon Erwin: Die drei Kühe. Eine Bauerngeschichte zwischen Tirol und Spanien. Herausgegeben und kommentiert von Joachim Gatterer. Bozen: Edition Raetia 2012.

[15] ZPA der KPÖ, Boris Butina: Das I. Österreichische Bataillon, Ljubljana, Mai 1981, S. 4.

[16] Vgl. ZPA der KPÖ, Funkspruch von Johann Koplenig an Franz Honner, 9.11.1944; Funkspruch von Franz Honner und Friedl Fürnberg nach Moskau, 29.11.1944; DÖW 10502c, Eid.

[17] DÖW 4600, Sender Freies Österreich, Sendung vom 2.12.1944.

[18] ZPA der KPÖ, Liste der Kämpfer des I. Österreichischen Freiheitsbataillone (hier 162 Namen, Kopie in DÖW 51404), DÖW 10502d, Verzeichnis der Kämpfer des 1. Bataillons, Ljubljana, 30.9.1964 (hier 142 Namen).

[19] ZPA der KPÖ, Tagebuch des I. Österreichischen Freiheitsbataillons vom 18.1.1945 bis zur Ankunft in Wien am 7.6.1945 (Kopie in DÖW 569).

[20] ZPA der KPÖ, Friedl Fürnberg und Franz Honner an „Liebe Freunde“ [in Moskau], 2.12.1944, S. 3.

[21] Arzt, Partisan und Kommunist, in: Volksstimme, Nr. 118, 21.5.1980, S. 3.

[22] ZPA der KPÖ, Bericht von Friedl Fürnberg und Franz Honner nach Moskau, 2.12.1944.

[23] ZPA der KPÖ, Gedächtnisprotokoll über die Beschlüsse in Angelegenheit des österr. Baons, 30.10.1944.

[24] Mikusch, Franz: Das Erste Österreichische Freiheitsbataillon, in: Weg und Ziel, 17. Jg. (1959), Nr. 1, S. 50–53, hier S. 51.

[25] ZPA der KPÖ, I. Freiheitsbataillon: Verzeichnis der Mitglieder und Kandidaten der KPÖ-Zelle im österreichischen Bataillon (nach dem Stande vom 25. März 1945), 27.3.1945.

[26] Butina: Freiheitsbataillon, S. 81.

[27] ZPA der KPÖ, Max Bair: Erlebnisse, Berichte, Dokumente zum I. Österreichisches Freiheitsbataillon (Oktober 1944 bis Juni 1945), Oktober 1982, S. IV/15 (auch in DÖW 19611).

[28] ZPA der KPÖ, Tagebuch des I. Österreichischen Freiheitsbataillons vom 18.1.1945 bis zur Ankunft in Wien am 7.6.1945; Holzer: Bataillone, S. 275–326.

[29] Österreichisches Bataillon in slowenischer Volksarmee. Unter rot-weiß-roter Fahne und eigenem Kommando, in: Zeitspiegel, Nr. 49, 9.12.1944, S. 1.

[30] ZPA der KPÖ, Franz Honner und Friedl Fürnberg an Franz Gebhard und Fritz Matzner, 26.11.1944.

[31] Volkskrieg gegen die deutschen Okkupanten. Die Gründung eines österreichischen Batallions. o.O. o.J. [1945] (Schriftenreihe der österreichischen Freiheitsbewegung, Heft 1), S. 1.

[32] Ebd., S. 1f. (Hervorhebung im Original).

[33] ZPA der KPÖ, Flugblatt der KPÖ „Österreicher zu den Waffen“, 21.7.1944.

[34] DÖW 4600, Sender Freies Österreich, Sendung vom 3.8.1944 „Aufruf der KPÖ“.

[35] ZPA der KPÖ, Franz Honner an die Organisationen, Leitungen, Funktionäre und Mitglieder der KPÖ in Kärnten und Steiermark, 22.8.1944.

[36] Mugrauer, Manfred: Das Landeskomitee der Österreichischen Freiheitsfront für Steiermark und Kärnten, in: Österreich in Geschichte und Literatur, 61. Jg. (2017), Nr. 3, S. 248–259.

[37] ZPA der KPÖ, Steirer! Kärntner! Österreicher! Aufruf des Landeskomitees der Österreichischen Freiheitsfront (ÖFF) für Steiermark und Kärnten.

[38] ZPA der KPÖ, Briefe des Landeskomitees der ÖFF für Steiermark und Kärnten an Franklin D. Roosevelt, Josef Stalin und Winston Churchill, 11.3.1945.

[39] ZPA der KPÖ, Funksprüche zwischen Weler [Georg Kersche] und der KPÖ-Exilführung in Moskau, 1944/45.

[40] RGASPI 495/74/22/61, Johann Koplenig an Georgi Dimitroff, 20.9.1944 (Kopie in 22865/41).

[41] RGASPI 495/74/22/88, Stepan Morozow an Georgi Dimitroff, 11.12.1944 (Kopie in ZPA der KPÖ).

[42] ZPA der KPÖ, Laurenz Hiebl: Lebenslauf, 30.1.1983, S. 2.

[43] ZPA der KPÖ, Bericht von Franz Honner und Friedl Fürnberg nach Moskau, 3.2.1945.

[44] ZPA der KPÖ, Funkspruch von Franz Honner und Friedl Fürnberg, 5.1.1945; Willi Frank an Johann Koplenig, 8.2.1945.

[45] ZPA der KPÖ, Peter Tatschl: Zu den tragischen Ereignissen, die zum Tode des Genossen Willi Frank führten, o.D. [1980er Jahre], S. 1.

[46] ZPA der KPÖ, Bericht von Laurenz Hiebl, Richard Wagner, Ferdinand Leitner und Ferdinand Gotthardt, 27.2.1945; Bericht von Franz Honner und Friedl Fürnberg nach Moskau, 1.3.1945.

[47] ZPA der KPÖ, Othmar Strobel: Bericht über die Organisation Frankreich-Belgien von 1939 bis Dez. 1944, o.D. [1945], S. 12; Teubner, Hans: Exilland Schweiz. Dokumentarischer Bericht über den Kampf emigrierter deutscher Kommunisten 1933–1945. Berlin: Dietz Verlag 1975, S. 253.

[48] ZPA der KPÖ, Peter Hofer: Erinnerungen aus den Jahren 1944/45/46, 1975, S. 2; Emanuel Edel: Mein Weg nach Österreich, 1985, S. 2.

[49] ZPA der KPÖ, Funkspruch von Johann Koplenig an Franz Honner, 30.1.1945.

[50] ZPA der KPÖ, Funkspruch von Johann Koplenig an die K.P. Jugoslawien, 1.2.1945.

[51] ZPA der KPÖ, Die Österreichischen Freiheitsbataillone in Jugoslawien, o.D. [1945], S. 1.

[52] DÖW-Interviewsammlung Nr. 36, Interview mit Peter Hofer am 14.4.1983, S. 9.

[53] Fürnberg, Friedl: Die Stunden der Befreiung: Von Belgrad nach Wien, in: Volksstimme, 14.4.1970, S. 3.

[54] ZPA der KPÖ, Bericht von Paul Herrnstadt und Walter Sommer [Max Goldberger], 10.5.1945; Bericht von Alfred Wiesinger und Otto Spitz, 25.5.1945. Namenslisten der fünf Bataillone befinden sich in 21111/1a und 1b sowie im ZPA der KPÖ.

[55] ZPA der KPÖ, Die Österreichischen Freiheitsbataillone in Jugoslawien, o.D., S. 2.

[56] ZPA der KPÖ, Laurenz Hiebl: Lebenslauf, 30.1.1983; Holzer: Bataillone, S. 349–354.

[57] ZPA der KPÖ, Die Österreichischen Freiheitsbataillone in Jugoslawien, o.D. [1945], S. 1.

[58] Das Volk von Wien begrüßt die Freiheitskämpfer. Eine große Kundgebung für das Zweite österreichische Freiheitsbataillon, in: Neues Österreich, 16.5.1945, S. 3.

[59] Es lebe die Solidarität!, in: Neues Österreich, 19.6.1945, S. 1–2, hier S. 1.

[60] „… im eigenen Haus Ordnung schaffen“. Protokolle des Kabinettsrates 29. April 1945 bis 10. Juli 1945, hg. von Gertrude Enderle-Burcel, Rudolf Jeřábek und Leopold Kammerhofer. Horn, Wien: Verlag Ferdinand Berger & Söhne 1995 (Protokolle des Kabinettsrates der Provisorischen Regierung Karl Renner 1945, Bd. 1), S. 100.

[61] Das Volk von Wien begrüßt die Freiheitskämpfer. Eine große Kundgebung für das Zweite österreichische Freiheitsbataillon, in: Neues Österreich, 16.5.1945, S. 3.

[62] ZPA der KPÖ, Namensliste, 17.5.1945.

[63] DÖW 10502a, Namenslisten; Holzer: Bataillone, S. 381.

[64] ZPA der KPÖ, Liste, 5.10.1945.

[65] ZPA der KPÖ, Liste der Demobilisierten der fünf Bataillone, o.D. [Oktober 1945].

[66] ZPA der KPÖ, Bericht des II. Österreichischen Freiheitsbataillons, Wien, Hofburg, 7.1.1946.

[67] ÖStA/KA, NL Karl Renner, E/1731:334, Bericht des Staatsamts für Inneres an die 1. Länderkonferenz, o.D. [September 1945], S. 6; ZPA der KPÖ, Grenzschutz, Rayone I–IV, Gesamtaufstellung, o.D. [1946] (Kopie in DÖW 21111/1b).

[68] ZPA der KPÖ, Staatsamt für Inneres, Gendarmeriezentralkommando, Zl. 4396–5/45 v. 12.7.1945, Assistenzzüge für den Grenzschutz und verschärften Sicherheitsdienst im Lande Niederösterreich; StAfI, Zl. 4371-5/45 v. 13.7.1945, Assistenzzüge für den Grenzschutz und verschärften Sicherheitsdienst im Lande Niederösterreich (Kopie in DÖW 21111/3).

[69] ZPA der KPÖ, Bürgermeister der Gemeinde Karlstift an das Kommando des Grenzschutz Rayon III in Waidhofen a/d. Th., 25.9.1945 (Kopie in DÖW 21111/9).

[70] ZPA der KPÖ, Laurenz Hiebl: Lebenslauf, 30.1.1983, S. 4.

[71] Hautmann, Hans: Kommunisten und Kommunistinnen in der Wiener Polizei, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, 19. Jg. (2012), Nr. 2, S. 11–25.

[72] Mugrauer, Manfred: Der Werkschutz der sowjetisch verwalteten Betriebe, in: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft, 24. Jg. (2017), Nr. 4, S. 1–4.

[73] DÖW 21111/2, Max Bair: Abschließende Dokumentation über die 5 Österreichischen Freiheitsbataillone und ihre Aktivitäten vom November 1944 bis Juni 1946, Oktober 1988, S. 4.

[74] VGA, NL Oskar Helmer, Kt. 4, Mappe 20, Oskar Helmer an Adolf Schärf, 20.8.1948, Beilage: [Bericht über Tätigkeit in der Provisorischen Regierung], o.D. [August 1948], S. 2; Schärf, Adolf: Zwischen Demokratie und Volksdemokratie. Österreichs Einigung und Wiederaufrichtung im Jahre 1945. Wien: Verlag der Wiener Volksbuchhandlung 1950, S. 53. Ebenso Hiscocks, Richard: Österreichs Wiedergeburt. Wien: Hermes-Verlag 1954, S. 53; Leignitz, Rainer: KPÖ: Die verfehlte Volksdemokratie, in: Reichhold, Ludwig (Hg.): Zwanzig Jahre Zweite Republik, Österreich findet zu sich selbst. Wien: Verlag Herder 1965, S. 53–62, hier S. 56.

[75] ZPA der KPÖ, Parteibiographien, o.D. [Mai 1945].

[76] Sternfeld, Albert: Betrifft: Österreich. Von Österreich betroffen. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag 2001, S. 200.

Dieser Beitrag ist erstmals in den Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft erschienen.

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