
Kostenlawine für Pensionist:innen

Dieser Tage ließ eine Nachricht aufhorchen. Eine weitere Teuerung für die österreichischen Pensionist wurde beschlossen: Ab November wird eine Gebühr für die e-Card von 26,85 Euro eingehoben. Das betrifft mehr als 2 Millionen Menschen in Österreich. Bis jetzt gab es die e-Card für unsere älteren Mitbürger kostenlos, ab nun nur mehr für Ausgleichszulagenbezieher.
Nun könnte man sagen: Na ja, die 27 Euro, fünfmal weniger Kaffee trinken gehen im Jahr, das ist zumutbar. Wenn das bloß die einzige Erhöhung wäre! Aber diese Erhöhung ist nur eine von vielen.
Der Pensionsschock
Schon im heurigen Mai musste unsere ältere Generation einen „Pensionsschock“ der anderen Art erleben. Bei „mittleren“ Pensionen, das sind Bruttopensionen von 1.308 bis 6.930 Euro, wird die Inflationsrate nicht mehr abgegolten. Allein schon die Tatsache, dass Pensionen, die kaum zum Leben reichen, mit Pensionen, die hohe Beamte oder Manager erhalten, gleich behandelt werden, spricht Bände.
Ab einer „fürstlichen“ Pension von 1.300 Euro, wohlgemerkt brutto – das sind 1.229 Euro netto –, gibt es 2027 nur mehr eine Pensionserhöhung von 2,95 Prozent. Bei einer jährlichen Inflation von, Stand Mai 2026, 3,7 Prozent. Schon die Pensionserhöhung 2026 blieb deutlich unter der Inflationsrate!
Und erst vor kaum einem Jahr wurde der Krankenversicherungsbeitrag von 5,1 auf 6 Prozent der Bruttopension erhöht. Das sind auch fast ein Prozent.
Auch Wien kassiert kräftig
Nicht nur auf Bundesebene langt der sozialdemokratische Finanzminister kräftig zu. Auch die gleichfalls sozialdemokratische Wiener Finanzstadträtin weiß, wo sie bei Menschen mit schwacher politischer Lobby Geld auftreiben kann, und ordnete den stadteigenen Wiener Verkehrsbetrieben eine Verdoppelung des Pensionistenfahrscheins an.
Da braucht man sich dann auch wegen fünf Kaffeetreffen weniger pro Jahr keine Gedanken mehr zu machen. Denn das Treffen mit den Freundinnen hat sich automatisch um drei Euro verteuert. Kurz gesagt: Alle sozialen Aktivitäten unserer Alten werden mit einem Vergnügungszuschlag belegt.
Und so ganz nebenbei: Auf ein neues Hörgerät wartet man ab heuer nicht mehr fünf, sondern sechs Jahre! Damit kann man den Alten gleich noch einmal beim Einsparen helfen: Wer nichts mehr hört, braucht sich auch nicht auf einen Kaffeeklatsch zu treffen.
Arztbesuche werden teurer
Die Fahrt zum Arzt ist natürlich auch teurer geworden. Die älteren Mitbürger sollten ohnehin besser zweimal nachdenken, ob sie unser überlastetes Gesundheitssystem durch ständige Arztbesuche noch mehr strapazieren wollen! Wenn sich dann manche Leute überlegen, die Rettung zu rufen, statt selbst zum Arzt oder in die Ambulanz zu fahren, braucht man sich nicht zu wundern.
Übrigens ein Tipp: Bloß keinen Krankentransport in Anspruch nehmen. Der kostet nämlich! Im Vorjahr wurden nämlich Gebühren für Krankentransporte eingeführt: in doppelter Höhe der Rezeptgebühr, das sind 15,10 Euro.
Schlechtes Gewissen braucht nun wirklich kein Mensch zu bekommen, bedenkt man, dass der Sozialversicherungsbeitrag von Pensionist im Vorjahr um fast ein Prozent, von 5,1 auf 6 Prozent, erhöht worden ist. Sie zahlen also bereits, ob sie wollen oder nicht.
Öffis werden zum Luxus
Auch die Jahreskarte für Pensionist wurde erhöht, allerdings nicht verdoppelt wie der Einzelfahrschein. Gerade ältere Menschen besitzen oft keine. Warum? Weil der Betrag, auch wenn monatlich abgebucht, eine Belastung ist. Und weil Pensionist nicht täglich die Öffis benutzen.
Das wissen die Verantwortlichen für die Gebührengestaltung, lies: Erhöhung, sehr genau! Und deshalb erhöhen sie eben den Einzelfahrschein am meisten.
Und ob man statt drei Euro nun sechs Euro zahlen muss für ein Treffen mit Freunden oder auch nur einen kleinen Trip in die Stadt, in den Wienerwald oder an die Donau, um einmal herauszukommen aus den vier Wänden, ist nicht egal! Nicht bei denen, die mit 1.200 Euro auskommen müssen und sich nicht laut wehren können. Sie werden es sich aber merken!
Wer zahlt die Budgetsanierung?
Ebenso wie sie es sich merken werden, dass sie nun für die e-Card blechen und dass sie bei den Pensionsverhandlungen wieder einmal über den Tisch gezogen worden sind:
Erstens, weil die Inflationsrate zu früh im Jahr herangezogen wurde. Die wird nämlich noch kräftig steigen bis zum Jänner 2027. Und zweitens, weil kleine und mittlere Pensionen der überwiegenden Mehrheit mit den üppigen Pensionen in einen Topf geworfen worden sind.
Das heißt: Den sogenannten Solidarbeitrag zur Budgetsanierung zahlen überwiegend die kleinen und mittleren Bezieher. Und dazu kommt noch die Umverteilung nach oben auch zwischen den Pensionist.
Keine Vermögensteuern
Keine Vermögensteuern in Sicht. Und Steuern auf große Erbschaften können nicht einmal debattiert werden. Warum nicht?
Weil ÖVP und FPÖ sofort mit der Angstkeule kommen, obwohl Vermögen unter 1 Million Euro überhaupt nicht zur Debatte stehen. Und die ältere Generation bangt um ihre Ersparnisse, die sie gerne möglichst ohne Abzüge an ihre Kinder weitergeben möchte.
Noch scheinen diese Tricks zu funktionieren. Wie lange dauert es, bis der berühmte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt? Bis auch die treuesten ÖVP- und SPÖ-Wähler an der Wahlurne eine Botschaft senden: Nicht mehr mit uns!
Redaktion
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