BILDUNG | ABC DES KOMMUNISMUS

ABC des Kommunismus

Klassen & Klassenkampf

In unserer Serie »ABC des Kommunismus« stellen wir zentrale Begriffe und Debatten sozialistischer Politik vor. Ganz nach dem Motto »Kommunismus ist für alle da«.

Für Marxist:innen ist das Verhältnis zu Kapital und Produktionsmitteln grundlegend. Denn Kapital und Arbeit stehen sich antagonistisch gegenüber. Die doppelt freie Lohnarbeiter:in verfügt, anders als die Sklav:in, frei über ihre am Arbeitsmarkt zur Ware gewordene Arbeitskraft. Zugleich ist sie aber auch »frei« von Produktionsmitteln, also gezwungen, diese Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben.

Dies ist zunächst die Gemeinsamkeit aller Lohnabhängigen als Klasse – egal welches Geschlecht sie haben, wo sie herkommen, welchen Beruf sie ausüben oder welche Ausbildung sie absolviert haben. Uns gegenüber steht die Bourgeoisie, also die besitzende Klasse, die ihre Arbeitskraft nicht verkaufen muss.

Die Klasse ist jedoch auch zweifach in permanenter Veränderung: zum einen der permanente Umbau von Seiten des Kapitals, der alte Klassenzusammenhänge auseinanderreißt und neu zusammensetzt. Alte Milieus befinden sich in Auflösung, neue entstehen – pluraler, weiblicher, migrantischer und prekär. Auf der anderen Seite sind damit auch veränderte Subjektivitäten, Ansprüche und Hoffnungen verbunden. Diese Veränderung der Klassenzusammensetzung bringt immer wieder neue Ansätze von Klassenkämpfen in veränderten Konstellationen hervor.

Je mehr Gegenmacht Arbeiter:innen aufbauen können, desto besser steht es um Entlohnung, Arbeitszeiten, Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung. Denn Klassenkämpfe spielen sich nicht nur in der Produktion oder Erwerbsarbeit, sondern auch im Bereich der Reproduktion ab, um soziale Infrastrukturen, Pflege und Sorgearbeit, geschlechtliche Arbeitsteilung, Wohnen, lebenswerte Umwelten und Stadträume etc ab. Letztere werden aber selten als Fragen der Klasse verhandelt oder gar so genannt. Dies ist eine Frage des Klassenbewusstseins.

Doch Klassenkampf findet immer statt. Denn das Kapital versucht ständig mehr Arbeit aus uns herauszupressen, um Profite zu steigern. Das bedeutet aber auch, selbst wenn wir nicht organisiert sind, führen wir den Klassenkampf, etwa indem wir in der Lohnarbeit extra viel Zeit auf dem Klo verbringen. Als Kommunist:innen sind wir daher nicht “für” den Klassenkampf, sondern versuchen ihn nur besonders gut zu organisieren. Ziel ist alle Klassen aufzuheben und damit eine Klassenlosegesellschaft.

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