
Die Hitzetage nehmen zu. Österreich wird wie andere europäische Länder von einer Hitzewelle überrollt. Und der Höhepunkt der Hitze ist noch nicht erreicht. Umso dringender wären verbindliche Grenzen beim Hitzeschutz am Arbeitsplatz.
Hitze kann tödlich sein
Die Klimakrise macht extreme Hitze zunehmend zur massiven Belastung für hunderttausende Arbeiter:innen. Die Gefahren von hohen Temperaturen für Menschen höheren Alters und mit Vorerkrankungen sind mittlerweile breiter bekannt. In welchem Ausmaß Hitze die Gefahren am Arbeitsplatz erhöht, bleibt nach wie vor eine Randnotiz. Tote Landarbeiter:innen am Feld, tote Bauarbeiter, aber auch gesundheitliche Folgen hoher Hitze- und Sonnenbelastung wie Hautkrebs spielen nur eine geringe Rolle in der öffentlichen Debatte.
Studie zeigt: Steigende Temperaturen = steigende Unfallgefahr
Die Arbeiterkammer veröffentlichte nun eine neue Studie, die zeigt: Ab 30 °C Arbeitstemperatur steigt das Unfallrisiko um sieben Prozent – je wärmer, desto mehr steigt das Verletzungsrisiko. Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt im Schnitt bereits bei 27 °C ab. Daraus leiten sich medizinische Richtwerte ab, ab welchen Temperaturen Arbeitsbelastungen zu erhöhter Gesundheitsgefahr führen.
Außerdem ist die Lufttemperatur als Maßstab allein unzureichend. Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und die konkrete körperliche Belastung durch die Arbeit müssten zwingend berücksichtigt werden, um gesetzliche Grenzwerte für Hitzefrei festzulegen.
Gesetzlich verankerte Belastungsgrenzen
Wie im Kampf um die Länge des Arbeitstages geht es auch in der Frage gesetzlich verankerter Belastungsgrenzen um Klassenkämpfe. Arbeiter:innen verkaufen ihre Arbeitskraft – und opfern dabei ihre Gesundheit. Ob in Fabrikhallen oder im Freien, in der Gastronomie oder im Pflegeheim: An vielen Orten kommt es zu erheblichen Hitzebelastungen, die nicht durch ausreichende Einschränkungen abgewendet werden.
Wieso ein Mensch mit dem Verkauf seiner Arbeitskraft ein höheres Risiko einer Krebserkrankung eingehen sollte, ist ebenfalls nicht einzusehen. Wirksamer UV-Schutz muss selbstverständlicher Bestandteil der Arbeitssicherheit werden. Neben besseren gesetzlichen Grundlagen, die die gesundheitliche Sicherheit der Beschäftigten an erste Stelle setzt, fehlt es auch an schärferen Kontrollen der Arbeitsinspektion.
Heiß auf Profite
Die zunehmende Hitze infolge der Klimakrise bringt die Gesundheit der Beschäftigten in einen zunehmenden Konflikt mit der inneren Logik unserer Wirtschaft: Profitmaximierung. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass man in der Mittagshitze weder Zementsäcke noch Bierkisten schleppen sollte. Nur vor dem Hintergrund einer Wirtschaft, die auf der möglichst effizienten Ausbeutung der Ware Arbeitskraft beruht, stellt sich die Frage, wie viel Kreislauf-Kollaps arbeitsrechtlich noch tolerabel ist. Während also der tägliche Kampf darauf abzielt, die Arbeitsbedingungen so gut es geht an die gesundheitlichen Anforderungen der Beschäftigten anzupassen, muss die große Perspektive lauten: Jeder nach seinen Fähigkeiten – jeder nach seinen Bedürfnissen.
Redaktion
Aktuelles


Ein Budget für Yacht-Besitzer und Rüstungskonzerne

