US-Krieg gefährdet globale Lebensmittelsicherheit

Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran kostet nicht nur unzählige Menschenleben in der Region, sondern unterbricht auch landwirtschaftliche Zyklen und gefährdet die Lebensmittelsicherheit.

Seit 10 Tagen bombardieren die USA und Israel ohne legitimen Grund den Iran, der wiederum mit Raketenangriffen auf US-Basen und seine Nachbarstaaten reagiert. Auch die Straße von Hormus, durch die ein großer Teil des Erdöls und Erdgases aus dem Nahen Osten per Schiff transportiert wird, wurde geschlossen. Dass das zu steigenden Energiepreisen führt, die wir alle zahlen dürfen, ist bereits allgemein bekannt. Weniger bekannt ist, dass das verbrecherische Verhalten der USA und Israels auch die globale Lebensmittelsicherheit gefährdet.

Düngemittel werden knapp und teuer

Der Nahe Osten ist nicht nur ein wichtiger Lieferant für fossile Brennstoffe, sondern auch für Kunstdünger, der zu seiner Produktion Erdgas benötigt. Fast die Hälfte der globalen Urea-Exporte kommen aus dem Persischen Golf, allein 12 Prozent aus dem Iran. Hinzu kommt das Erdgas aus der Region, das in anderen Teilen der Welt für die Produktion von Kunstdünger benötigt wird.

Der Überfall auf den Iran kommt dabei zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt. Denn auf der Nordhalbkugel beginnt der Frühling, und die Aussaat in der Landwirtschaft beginnt. In den Ländern Asiens und Afrikas, aber auch in den USA und Europa steigen die Preise für Kunstdünger bereits massiv, und die Versorgung damit ist überhaupt gefährdet.
In Indien und Pakistan haben bereits die ersten Kunstdüngerfabriken geschlossen, weil sie auf LNG (verflüssigtes Erdgas) aus Katar angewiesen sind.

Hunger und steigende Preise

Die Folgen werden bald zu spüren sein. Ohne Kunstdünger werden die Preise für Lebensmittel weltweit steigen. Für Haushalte hierzulande bedeutet das nach Jahren der Rekordteuerung eine weitere massive Belastung. In den Ländern des Globalen Südens wird es Hunger bedeuten, wenn die Ernte teilweise verloren geht.

Aber wir müssen nicht traurig sein, denn wo wir alle verlieren, gewinnt zumindest jemand anderes. Die Aktienkurse der beiden größten Düngemittelhersteller, des norwegischen Konzerns Yara International und des US-Konzerns CF Industries, sind seit Jahresanfang bereits um ein Viertel bzw. 44 Prozent gestiegen.

Der Angriffskrieg führt so unmittelbar nicht nur zum Verlust menschlicher Leben, sondern kostet uns alle, während wenige davon profitieren. Ein vernünftiges Wirtschaftssystem eben.