
Auf Druck der KPÖ hatten auch die etablierten Parteien das Thema Wohnen wieder für sich entdeckt. Vizekanzler Andreas Babler wollte sich vor allem als Wohnen-Minister verstanden wissen. Mit der symbolischen Mietpreisbremse fahren wir allerdings weiter Richtung Wand.
Wie oft wurde bei Ihnen in den letzten Jahren die Miete erhöht? Auch 2025 ist das Wohnen in Österreich weiter teurer geworden. Der durchschnittliche Mietpreis lag erstmals ganzjährig über 10€ pro Quadratmeter. Gegenüber 2024 stiegen die durchschnittlichen Mieten um 4,6%. Die immer höheren Wohnkosten belasten große Teile der Bevölkerung.Viele Menschen müssen mehr als die Hälfte ihres Einkommens für eine warme Wohnung ausgeben.
Teure Mieten
Die Mieten sind in den letzten Jahren nochmal stärker erhöht worden als viele andere Preise. Besonders perfide: In die Preissteigerung beim Wohnen sind über die meisten Wertsicherungsklauseln auch die explodierenden Energiekosten eingerechnet worden – aber egal ob die Energiepreise wieder sinken, die hohen Mieten zahlen wir bis zum Lebensende. Mit dem Menschenrecht auf Wohnen hat die aktuelle Wohnungspolitik wenig zu tun. Das Wort vom Leistbaren Wohnen ist auch für diese Regierung nur ein Lippenbekenntnis. Auch mit der symbolischen Mietenbremse der Regierung fällt die Hauptlast der Teuerung weiter auf die Mieter:innnen zurück. Die Verantwortlichen feiern sich für Maßnahmen, doch keine einzige Miete wird durch die sogenannte Mietpreisbremse sinken, im Gegenteil: die Mieten wachsen weiter in den Himmel.
Profite mit der Miete
Während viele unter der Teuerung stöhnen, können sich Vermieter über die steigenden Preise freuen. Die Interessen der Vermieter wurden in den letzten Jahren immer geschützt. Nachdem jahrelang die Rekord-Teuerung auf die Mieten durchschlug, bleiben die Maßnahmen gegen das teure Wohnen zahnlos. Es zeigt sich wieder: Der Markt regelt nichts – zumindest nicht für uns, und die etablierten Partei wollen es nicht in unserem Interesse regeln. Die Mieterhöhungen der letzten Jahre sind eine enorme Umverteilung von unten nach oben – und die Regierung unterstützt das.
Was tun gegen den Mietenwahnsinn?
Preisobergrenzen bei Mieten, Maßnahmen gegen steigende Betriebskosten, ein Ende der befristeten Mietverträge und Maßnahmen gegen die Spekulation mit Wohnraum wie etwa Kurzzeitvermietungen via Airbnb wären einfach umsetzbare Maßnahmen, um Mietpreise zu senken. Um bedarfsgerechten Wohnbau zu ermöglichen, braucht es aber zusätzlich offensiv betriebenen öffentlichen Wohnbau – und die dazugehörende finanzielle Ausstattung der Gemeinden.
Redaktion
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