
Bürgermeister:innenwahl in Linz: „Graz hat´s, Linz braucht´s!“

Klaus Luger – SPÖ löste im Sommer 2024 durch sein zusammengebrochenes Lügenkonstrukt in der Brucknerhaus-Affäre vorgezogene Bügermeister:innenwahlen in Linz aus. Diese fanden am Sonntag, den 12.01. statt. Die KPÖ erreichte mit dem Antritt von Gerlinde Grünn 2,4% der Stimmen. Ein akzeptables und zufriedenstellendes Ergebnis. Mit den Wahlslogans „Graz hat´s, Linz braucht´s“ und „Sozial. Ohne Wenn und Aber. “ gingen die Linzer:innen ins Rennen. Gratulation an Gerlinde und an die Aktivisten und Aktivistinnen für den guten Wahlkampf.
Gerlinde, zuerst möchte ich Dir herzlich gratulieren zu deinem Wahlergebnis. Kannst Du kurz skizieren, was die Motivation der KPÖ Linz war an dieser Wahl teilzunehmen, und warum Du in das Rennen gegangen bist.
Gerlinde Grünn: Mitten im Nationalratswahlkampf im Spätsommer waren wir mit der überraschenden Bürgermeister:innen-Wahl konfrontiert. Eine Wahl, die es in Linz in dieser Form noch nicht gegeben hat. Denn in Oberösterreich wählt man alle 6 Jahre den Landtag, die Gemeinderäte und die Bürgermeister:innen an einem Tag. Die KPÖ Oberösterreich hat die Bürgermeisterdirektwahl, die es erst seit 1997 gibt, immer kritisch gesehen, da für uns der Gemeinderat als oberstes Organ dadurch geschwächt wird. Dazu kommt, dass bei der vorgezogenen Bürgermeister:innen-Wahl nur Gemeinderät:innen antreten konnten. Wir haben im Bezirksvorstand beschlossen dennoch anzutreten um als KPÖ-Fraktion im Wahlkampf unsere Themen setzen zu können. Als erfahrenste KPÖ-Gemeinderätin – immerhin seit 15 Jahre im Dienst – hatte ich die Ehre als Bürgermeisterkandidatin anzutreten.
Wie hat die KPÖ Linz den Wahlkampf angelegt?
Gerlinde Grünn: Die Bürgermeister:innen-Wahl ist eine Persönlichkeitswahl – es kann nur einer der sieben Kandidat:innen gewinnen, alle anderen gehen leer aus – und die Wahl verändert das Kräfteverhältnis im Gemeinderat nicht. Auch war uns bewusst, dass nach einem intensiven Wahljahr mit zwei engagiert geführten Wahlkämpfen unsere Ressourcen gut eingeteilt werden müssen, der Einsatz von finanziellen Mittel bescheiden ist und auch unsere Aktivist:innen eine Verschnaufpause verdient haben. Dazu kam der Wahlkampf in der Weihnachtszeit. Überraschend war das große Medieninteresse an meiner Kandidatur, die eine ungewohnte kontinuierliche und überwiegend auch faire mediale Präsenz mit sich brachte. Der Besuch der Bürgermeisterin Elke Kahr in der letzten Woche der Wahl war mein persönliches Highlight. Ihre Unterstützung unterstrich unseren Wahlslogan „Graz hat´s, Linz braucht´s“ bestens. Unser erstmals veranstalteter alternativer Neujahrsempfang war gut besucht und damit ein würdiger Abschluss unserer Wahlkampagne.
Was sagst Du generell zum Ausgang von dieser Wahl? Was sagst Du zu deinem Ergebnis? Bist Du damit zufrieden?
Gerlinde Grünn: Das nun der SPÖ-Kandidat mit klarer Mehrheit und der freiheitliche Kandidat in die Stichwahl gehen ist nicht überraschend. Die Wahlbeteiligung von nur 42,2 Prozent kann auch niemanden verwundern, denn die Wahl traf trotz des enormen Einsatzes von Werbematerialien durch die Stadtsenatsparteien auf verhaltenes Interesse. Die von uns errungenen 2,4 Prozent der Stimmen sind eine solide Basis, es sind Stimmen, die als klares Zeichen für eine andere und soziale Politik gesetzt wurden und diese Stimmen sind für mich als Person ein Achtungserfolg.
In zwei Wochen ist die Stichwahl zwischen Prammer-SPÖ und Raml-FPÖ. Wer wird deiner Meinung gewinnen und dadurch für die nächsten zwei Jahre Bürgermeister werden? Gibt die KPÖ Linz eine Wahlempfehlung ab?
Gerlinde Grünn: Es ist von einem Sieg des SPÖ-Kandidaten auszugehen. Große Veränderungen sind daher nicht zu erwarten. Die KPÖ wird keine Wahlempfehlung abgeben, die Wähler:innen können selber entscheiden. Für uns als antifaschistische Partei ist klar wer keinen Falls wählbar ist. Ich freue mich darauf mich wieder ganz auf meine Arbeit als Gemeinderätin für eine solidarische Stadtpolitik konzentrieren zu können.
Danke für das Interview.
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