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Teurer Start ins neue Schuljahr

Die Schulferien gehen langsam zu Ende und für mehr als eine Million Schüler:innen beginnt bald ein neues Schuljahr. Fast 100.000 Kinder fangen im September mit der Schule an. Für Eltern bedeutet das auch eines, eine enorme finanzielle Belastung.

Die weitverbreitete Annahme, der Schulbesuch in Österreich sei kostenlos, ist ein Mythos. Die Schulkostenstudie der Arbeiterkammer aus dem letzten Jahr zeichnet ein alarmierendes Bild: Im Schnitt geben Eltern pro Kind 2.223 Euro pro Schuljahr aus – eine Preisexplosion von über 750 Euro innerhalb von nur drei Jahren. 

Besonders betroffen sind Familien mit geringen Einkommen. Während das obere Einkommensdrittel nur etwa 5 % ihres Einkommens für Schule ausgeben müssen, sind es bei einkommensschwachen Familien und Alleinerziehenden ganze 15 %. Das bedeutet: Die unteren Einkommen tragen eine drei Mal so hohe relative Last. Die Konsequenz? Mehr als die Hälfte dieser Haushalte muss bei notwendigen Anschaffungen Abstriche machen, jede zehnte Familie kann sich nicht einmal das Nötigste leisten. 

Die Teuerung der letzten Jahre hat diese Schieflage brutal verschärft. In einer Zeit, in denen die Lebenshaltungskosten explodierten, stiegen auch die Schulkosten unerbittlich. 60 % aller Eltern empfinden die Ausgaben für die Schule als schwer belastend. Die Inflation wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Bildungsungerechtigkeit. Was für einige ein ärgerlicher Preisanstieg ist, bedeutet für andere den Verzicht auf essentielle Ausgaben.

Während der Schulbesuch formal kostenlos ist,  sind es die versteckten Zusatzkosten – die bezahlte Nachmittagsbetreuung (1.790 €), der private Laptop (529 €), die notwendige Nachhilfe (631 €) oder die mehrtägige Exkursion (395 €). Das alles sind aber Voraussetzungen für eine gute Bildung. Ob man sich das noch und in der notwendigen Qualität noch leisten kann, entscheidet maßgeblich über den Bildungsweg eines Kindes – und verstärkt so die soziale Ungleichheit von einer Generation zur nächsten.

Bildung ist ein Grundrecht, kein Privileg für jene, die es sich leisten können. Wenn der Geldbeutel der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder entscheidet, wird dieses Recht ausgehöhlt. Ein gerechtes Bildungssystem muss allen Kindern die gleichen Startchancen ermöglichen – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Bildungspolitik der Regierung schweigt dazu. Familien müssen die zunehmenden Schwächen unseres Bildungssystem mit eigenem Geld ausgleichen. Wer es sich nicht leisten kann, bleibt auf der Strecke. Es ist höchste Zeit, dass die Politik eingreift, die Teuerung bekämpft und ein Schulsystem schafft, indem niemand auf der Strecke bleibt.

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