Preiskracher Wiener Linien

Am 1. Jänner 2026 werden in Wien die Preise für Mobilität deutlich erhöht: Parken wird um 30 Prozent teurer. Für das Parkpickerl legt man künftig 13 statt wie bisher zehn Euro pro Monat auf den Tisch. Den öffentlichen Verkehr trifft die Teuerung noch härter. Die 365-Euro-Jahreskarte der Wiener Linien kostet ab 2026 um 102 Euro mehr: 467 Euro muss man dafür ausgeben, wenn man sie auf einmal zahlen kann.

Versprochen – Gebrochen

Noch zum Wahlkampfstart in Wien gab SPÖ-Bürgermeister Ludwig eine Preisgarantie ab: eine Preiserhöhung für das Öffi-Ticket „ist ausgeschlossen“. Wahlversprechen altern schlecht, daran sind wir gewöhnt. Aber was hier zum Spätsommer veranstaltet wird, das lässt sich nur als dreiste Lüge beschreiben.
Andreas Babler, SPÖ-Vizekanzler, hat für die von der SPÖ Wien angekündigten Teuerungen bei Öffis und Parken nur ein Achselzucken übrig. „Diese Maßnahmen wurden sorgfältig geprüft und so gestaltet, dass sie treffsicher, ausgewogen und fair bleiben.“ Botschaft erhalten: Man hat sich genau überlegt, wen man in welchem Ausmaß abzocken kann.

Gemeinden am Limit

Dass die Gemeinden immer größere Schwierigkeiten haben, die öffentliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten, ist kein Geheimnis. Das bedeutet tatsächlich Druck, Gebühren erhöhen zu müssen. Aber es wäre eine Möglichkeit der SPÖ, das aus der Regierung heraus zu ändern und den Gemeinden mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. 
Aber selbst dann gilt für die Stadt Wien: Keine Gemeinde ist wie die andere. Mit dem Eigentum an der Wien Energie und den saftigen Preisexplosionen bei Strom und Wärme hat die SPÖ in den letzten Jahren Unsummen bei den Haushalten abkassiert. Und während man letztes Jahr offenbar vergessen hat, die Gemeinderatssitzung rechtzeitig einzuberufen, bei der die Polit-Gagen hätten eingefroren werden können, hat man von der Erhöhung der Öffi-Preise offensichtlich das ganze Sommerloch lang geträumt.

Klima am Limit

Man muss nicht das Auto gegen die Öffis ausspielen, um zu sehen: Eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr kostet das Dreifache vom Parkpickerl. Die Teuerung trifft die Menschen am härtesten, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind – zum Beispiel alle, die sich kein Auto leisten können. Stattdessen könnte man nach dem Vorbild anderer Städte das Parkpickerl für Luxusautos empfindlich teurer machen, statt die Öffikarte für alle. Das wären treffsichere Maßnahmen statt Belastungen für die Masse. Davon hätte auch die Pensionistin etwas, die ihr Auto vor allem für Arztbesuche braucht.
Das Benutzen des öffentlichen Verkehrs in Zeiten der Klimakrise so empfindlich zu verteuern, anstatt die eigene Regierungsmacht auf allen Ebenen für eine bessere Finanzierung von Seiten der öffentlichen Hand einzusetzen, ist grob fahrlässig. Diese Teuerungen dann noch als treffsicher und fair abkanzeln zu lassen – nun, das kann sich jede und jeder selber denken.

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