
Kipppunkt Klima

166 Forscher:innen aus 23 Ländern schlagen erneut Alarm: Die Klimakrise gefährdet unsere Existenz noch schneller als erwartet.
Die Klimakrise ist weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden. Dem Anstieg der Treibhausgase wird es egal sein; „bad news are better than no news“ gilt nur für SPÖ-Politiker:innen. Auf uns warten aber weiterhin drastische Folgen, warnt eine Gruppe von hunderten Klimaforscher:innen aus zwei Dutzend Ländern. Vor allem die von der Klimaforschung erkannten Kipppunkte des Weltklimas liegen deutlich näher, als bisher angenommen.
Im Rausch der Klimakrise
Man kann sich einen Klima-Kipppunkt ähnlich vorstellen wie eine abendliche Trinkrunde. Eigentlich wollte es niemand übertreiben, es geht lustig zu. Spätestens aber wenn dieser eine Freund mit der ersten Runde Tequila anrückt, wird es ernst. Die zweite Runde wird ausgegeben, und mit jeder Runde Schnaps wird es unwahrscheinlicher, rechtzeitig nach Hause zu gehen. Der nächste Tag bringt „die schlimmsten Kopfschmerzen, die ich jemals hatte“ und die Ausrede: „Das letzte Getränk war wohl eines zu viel“.
So ist es mit den Kipppunkten im Weltklima auch, nur dass man sich von einem Kater erholen kann. Kipppunkte markieren den Punkt, an dem sich die Dynamik der Klimakatastrophe nicht mehr aufhalten lässt und sich selbst immer weiter verstärkt. Die ersten Abholzungen im Regenwald am Amazonas haben noch keine besonders große Auswirkung auf das Weltklima. Schrumpft der Regenwald aber auf eine bestimmte Größe, verliert er mit einem Mal seine Funktion für das Weltklima völlig. Der Amazonas-Regenwald ist nämlich einer der wichtigsten Bestandteile im globalen Wasserkreislauf. „Kippt“ der Amazonas-Regenwald, werden auch an anderen Orten Wälder verschwinden und zu Savannenlandschaften. Die Bäume im Amazonasregenwald absorbieren also nicht nur selbst viel CO2 und verlangsamen damit den Temperaturanstieg, als ganzer Regenwald sichern sie auch die Existenz zahlreicher anderer Wälder.
Schneller als befürchtet
Und genau dieser Kipppunkt im Amazonas-Regenwald dürfte noch schneller erreicht werden als bisher angenommen. Ähnliches gilt für den Golfstrom als globalen Temperaturausgleich. Auch diese große Meeresströmung könnte früher stoppen als erwartet; mit verheerenden Folgen für die europäische Landwirtschaft. Versiegt der Golfstrom aufgrund global steigender Temperaturen, sagen die Klimaforscher:innen für Nordeuropa deutlich kältere Winter voraus: Das gefährdet die Ernährungssicherheit und stellt europäische Landwirte vor völlig neue Herausforderungen.
Die Klimakrise ist eine existenzielle Bedrohung für unser Leben, wie wir es kennen. Politik und Industrie ist das aber inzwischen schon wieder egal, auch wenn schon heute unzählige Menschen durch Klimakatastrophen ums Leben kommen. Klima kommt nicht mehr an. Statt das Klima mit Windrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln zu retten, muss jetzt besser der Westen mit Bomben und Granaten verteidigt werden. Und die Super-Reichen, die von all dem profitieren, planen in der Zwischenzeit, wie sie aus diesem zerstörten Planeten „aussteigen“ können.
Redaktion
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