Hofer: Billigjobs in Indien, hohe Preise in Österreich

Hofer plant, hunderte Jobs in Österreich zu streichen und nach Indien zu verlagern. An den Preisen hier ändert das nichts.

Unter dem Namen „Projekt Fokus“ plant die Lebensmittelkette Hofer die Auslagerung von hunderten Jobs nach Indien, berichtet Der Standard. So soll etwa der Einkauf von Hofer künftig nicht mehr in Österreich abgewickelt werden, sondern in Indien von einem externen Dienstleister namens Genpact. Gegenüber dem Standard erklärt Hofer süffisant, man setze von jeher auf Kosteneffizienzprogramme, „um die Preise für unsere Kunden niedrig zu halten, wie dies aktuell auch von der österreichischen Bundesregierung stark gefordert wird“. Das klingt schön, nur sind die Preise leider nicht niedrig. Ganz im Gegenteil: Hofer Österreich ist im Schnitt um 12 Prozent teurer als seine deutsche Schwester Aldi. Niedrig will Hofer nicht die Preise halten, sondern lieber die Profite hoch.

Doch warum ist es überhaupt „effizienter“, den Einkauf in Indien statt in Österreich machen zu lassen? Sind Inder:innen etwa besser dabei, das Warensortiment für österreichische Supermärkte zu beschaffen? Wahrscheinlich nicht. Die Antwort liegt in der Höhe der Löhne und der Qualität der Arbeitsrechte. Hofer lagert nach Indien aus, weil die Beschäftigten dort deutlich günstiger sind, keine Kollektivverträge haben und weniger Rechte haben. Im Ergebnis bleiben hohe Preise in Österreich, und zusätzlich verlieren noch über 100 Menschen ihre Arbeit.

So funktioniert der freie Markt. Wo ihm keine Schranken gesetzt werden, finden Konzerne Wege, am einen Ort die höchsten Preise zu verlangen und woanders die billigsten Arbeitskräfte auszubeuten. Das kann man verstehen, aber man muss es nicht akzeptieren.