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Blumen für den Gemeindebau

Barbara Urbanic ist Spitzenkandidatin der KPÖ bei den Wiener Gemeinderatswahlen

Seit 30. November ist Barbara Urbanic Landessprecherin der KPÖ Wien. Die 43-jährige Wienerin lebt seit über 20 Jahren in Favoriten. Jetzt ist sie Spitzenkandidatin zur Wahl am 27. April.

Im genossenschaftlichen Reihenhaus, das die Urgroßeltern mitgebaut haben, samt Garten, in dem Barbara jedes Jahr bunte Blumen blühen lässt. Die Miete ist immer noch günstig, bei Einzug waren es 186 Schilling, heute 400 Euro. Aufgewachsen ist Barbara im Wohnpark Alterlaa, einem der Vorbilder für modernen Wohnbau. So soll es für alle Menschen in Wien werden: Schönes und leistbares Wohnen, nicht für die Gewinnmaximierung der Investoren gebaut, sondern für das Allgemeinwohl. 

Barbara arbeitet in der Verwaltung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.  Ein klassischer Bürojob: Management von Forschungsprojekten,in der Verwaltung von Budgets hat sie Erfahrung. Dabei ist Barbara studierte Religionshistorikerin. „Eher untypisch für eine Kommunistin. Nicht aus persönlichem Glauben, ich bin nicht religiös, sondern weil ich es sehr spannend fand und finde. Es wird aber schnell ein Problem, wenn man glaubt, die absolute Wahrheit für sich gepachtet zu haben– nicht nur in der Religion, gerade auch Politiker:innen sind da sehr anfällig.” 

Barbara war zwar in Teenager- und Jugendzeit politisch aktiv, aber wie das so ist: Das Leben ist dazwischengekommen – Job, Familie etc. Doch an ihrem 40. Geburtstag wollte sie der Politik, in der so viele Dinge falsch laufen und Profite über Menschen gestellt werden, nicht weiter zuschauen. „Ich hab gesagt: Es reicht. Man kann nicht darauf warten, dass es andere Leute richten – man muss sich selbst einmischen. Deshalb bin ich der KPÖ beigetreten, weil das für mich die einzig glaubwürdige Partei in diesen wichtigen Fragen ist, und bin aktiv geworden.”

Viele hauptberufliche und leidenschaftliche Hobbygärtner:innen gibt es in ihrer Familie. Im Garten sein ist auch Barbaras liebste Freizeitbeschäftigung – Gemüse und Blumen, vor allem Schnittblumen zum Ausgleich. „Politik bereitet vielen Menschen Sorgenfalten und Kopfschmerzen, Blumen aber bereiten eine Freude.”

Die Leidenschaft von Barbara ist der Einsatz für eine friedliche, gerechte Welt, eine Welt, in der alle auch Zeit für das Schöne haben. „Es ist eben notwendig, dass wir uns engagieren, auch im Wiener Gemeinderat. Es geht nicht darum, bei dem Spiel der anderen Parteien mitzuspielen, sondern eine ehrliche Alternative zu ihrer Politik aufzubauen. Wahlkampf ist nicht meine größte Leidenschaft. Aber man kann die Rose nicht ohne ihre Dornen pflücken*.” 

*Karl Marx, Debatten über die Preßfreiheit