Theresia "Resi" Pesendorfer (1902-1989)

»Zu meiner politischen Arbeit hat mich niemand gezwungen, dazu bin ich aus eigenem dabei gewesen. Ich habe dies aus eigener Initiative, aus meiner politischen Überzeugung gemacht. Ich bin zufrieden darüber. Wenn etwas zu tun ist, muß man das auch tun, solange es geht, muß man mithelfen.« Resi Pesendorfer
Biografie
Resi Pesendorfer (* 21. Juni 1902 in Ischl; † 31. Oktober 1989) war eine österreichische Widerstandskämpferin, zuerst gegen den Austrofaschismus und nach dem Anschluss gegen den Nationalsozialismus. Die Kommunistin war Organisatorin eines illegalen Frauennetzwerkes im Salzkammergut zur Unterstützung der dortigen Partisan:innenbewegung »Willy-Fred«.
1926 schloss sich Pesendorfer der Arbeiterbewegung an und wurde Sozialdemokratin. Nach dem Februar 1934 trat sie in die KPÖ ein und gründete 1937 sogar eine eigene Frauenorganisation mit 15 Mitgliedern in Bad Ischl. Auch nach dem Krieg war Resi Pesendorfer weiterhin in der KPÖ wie auch im KZ-Verband aktiv.
Ohne die unermüdliche Tätigkeit von Frauen wäre die Widerstandsgruppe „Willy-Fred“ im Salzkammergut nicht denkbar. Denn es waren die Frauen, die den Alltag bewerkstelligten, zu Fluchthelferinnen wurden, Verstecke und Verpflegung organisierten oder Kurierdienste erledigten. Theresia Pesendorfer spielte dabei eine wichtige Rolle. Ihre Zivilcourage und ihr Mut wurden jedoch viele Jahrzehnte wenig beachtet und gewürdigt. Erst in den 1970er Jahren begann mit Peter Kammerstätter die Aufarbeitung und Erforschung des Widerstands im Salzkammergut.
Resi Pesendorfer über ihre Zeit im Widerstand
»Im Herbst 1942 nahm der erste Partisan Karl Gitzoller, der bei der Überführung von Steyr nach Linz in Wels der Gendarmerie entflohen ist, bei mir Zuflucht. Da ich wusste, dass er ein Genosse war, habe ich mich verpflichtet gefühlt, ihn aufzunehmen und die Villa Waldhütte war sein Winterquartier bis Mai, nachher flog das Vogerl aus. Die ersten drei Wochen verpflegte ich ihn, nachher versorgte er sich selber. (…) Und wieder ist der Herbst gekommen. 1943 kam Genosse Plieseis: Nur durch unsere gute Organisation war es ihm möglich aus dem KZ auszubrechen, denn wir schickten ihm Zivilkleider durch den Genossen Franz Stieger aus Goisern-Untersee«
Erinnerungen
Am 9. Mai 2024 wird Resi Pesendorfer, spät aber doch, von ihrer Heimatstadt geehrt. An diesem Tag wird die Stadt Bad Ischl im Rahmen des »Europäischen Kulturhauptstadtjahrs« den »Theresia-Pesendorfer-Platz« einweihen – an einer prominenten Stelle im Zentrum des Ischler Kurparks.
Texte
Audio und Video
Broschüre zu Resi Pesendorfer
In einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage ist die von der KPÖ-Oberösterreich 2012 anlässlich ihres 110. Geburtstages herausgegebene Dokumentation über die Widerstandskämpferin Theresia Resi Pesendorfer erschienen. Die 48seitige Dokumentation „Ein bescheidenes Leuterl…“ versucht mit ausgewählten Beiträgen über das Leben von Resi Pesendorfer und Erinnerungen an sie gerecht zu werden.
Die Broschüre enthält neben einer zusammenfassenden Biografie von Nina Höllinger einen von Peter Kammerstätter aufgezeichneten Bericht von Resi Pesendorfer aus ihrem Leben sowie ergänzend Erinnerungen einer Reihe von Zeitzeug:innen und einen Überblick über den Widerstand kommunistischer Frauen gegen das Nazi-Regime in Oberösterreich.
Die Dokumentation kann bei der KPÖ-Oberösterreich bestellt werden: Mail [email protected], Telefon +43 732 652156
