
Kaderwoche 2026
Vier Tage gemeinsames Lernen, Diskutieren und Organisieren für alle, die Verantwortung in der Partei tragen und den Parteiaufbau aktiv mitgestalten wollen.
Von 27. bis 30. August in St. Pölten
Zwischen Sitzungen, Kampagnen, Wahlkämpfen und organisatorischen Aufgaben bleibt oft wenig Zeit, um die eigene Praxis zu reflektieren und sich theoretisch weiterzuentwickeln. Mit der ersten Kaderwoche der KPÖ schaffen wir deshalb bewusst einen Raum dafür.
Die Kaderwoche richtet sich an Genoss:innen, die bereits Verantwortung in der KPÖ übernehmen und ihre politischen, organisatorischen und theoretischen Fähigkeiten gezielt weiterentwickeln wollen. Vier Tage lang schaffen wir Raum, um aus dem hektischen politischen Alltag auszusteigen, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam über die Herausforderungen des Parteiaufbaus zu diskutieren. Referate, Workshops, Diskussionen und gemeinsame Arbeitseinheiten wechseln sich ab und bieten viel Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und neue Perspektiven kennenzulernen.
Neben spannenden Workshops bleibt auch genügend Zeit für Austausch, gemeinsames Lernen und Freizeit. Also: Badesachen nicht vergessen – ein Ausflug an den See steht ebenfalls auf dem Programm!
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Um dem überregionalen Austausch gerecht zu werden, gilt nicht das First-Come First-Serve Prinzip.
Workshops
Wer klingelt, gewinnt
Organizing ist in aller Munde. Auch in den Gewerkschaften wird zunehmend darüber diskutiert, wie Menschen organisiert werden können, um gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Ansatz? Warum ist Organizing für die KPÖ interessant und welche konkreten Anwendungsmöglichkeiten gibt es in unserer politischen Arbeit vor Ort?
Im Workshop beschäftigen wir uns mit den Grundprinzipien des Organizing und der Frage, wie aus einzelnen Gesprächen, gemeinsamen Erfahrungen und konkreten Konflikten langfristige Organisierung entstehen kann. Anhand von Beispielen aus der Gewerkschafts-, Bewegungs- und Parteiarbeit diskutieren wir, wie Menschen nicht nur erreicht, sondern aktiv in politische Prozesse eingebunden werden können. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Organizing zu entwickeln und die eigene politische Praxis vor Ort kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Fabian Hattendorf ist beruflich Organizer bei der Gewerkschaft vida und hat zuletzt die erfolgreiche Streikkampagne bei den oberösterreichischen Ordensspitälern organisiert.
Wie man Wahlen gewinnt, und warum das trotzdem nicht die Lösung ist
In unserer Partei gibt es ein bewusst spannungsreiches Verhältnis zu Wahlen: Natürlich wollen wir Wahlen gewinnen – gleichzeitig wissen wir, dass gesellschaftliche Veränderung nicht alle paar Jahre an der Wahlurne beginnt und endet. Doch gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Frage, wie Wahlerfolge eigentlich entstehen.
Wovon hängt es ab, ob eine Partei wächst? Welche Rolle spielen Haustürgespräche, lokale Verankerung, Kampagnen und Mitgliederaufbau? Welche Kennzahlen helfen dabei, die eigene Arbeit einzuschätzen? Und was können wir aus den Wahlerfolgen der KPÖ in den letzten Jahren lernen?
Anhand konkreter Beispiele analysieren wir erfolgreiche Kampagnen und Wahlkämpfe der Partei. Dabei geht es neben Plakaten, Programm und Materialien auch um politische Strategie, Organisierung und die Frage, wie Wahlkämpfe zum langfristigen Aufbau einer kommunistischen Partei beitragen können.
Sarah Pansy ist Organisationspolitische Sekretärin der KPÖ und hat die erfolgreichen Wahlen in Salzburg, Innsbruck und St. Pölten geleitet.
Wie aus Karteileichen Kader werden
Viele Menschen treten der KPÖ bei – aber wie schaffen wir es, dass aus Mitgliedern aktive Genoss:innen werden, die Verantwortung übernehmen und die Partei langfristig mitgestalten? Der Aufbau einer kommunistischen Partei ist nicht nur eine Frage von Wachstum, sondern vor allem von Organisierung, Bildung und gemeinsamer Entwicklung.
Im Workshop beschäftigen wir uns damit, wie neue Mitglieder gut eingebunden werden können und welche Strukturen es braucht, damit Menschen ihren Platz in der Partei finden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Frauen. Obwohl Frauen einen großen Teil der politischen und organisatorischen Arbeit leisten, sind sie in Leitungsfunktionen und öffentlichen Rollen oft unterrepräsentiert. Gemeinsam diskutieren wir, welche Hindernisse bestehen, welche Erfahrungen wir bereits gemacht haben und wie eine bewusste Frauenförderung zum Aufbau einer stärkeren und handlungsfähigeren Partei beitragen kann.
Lena Coufal ist Büroleiterin der KPÖ in Wien und organisiert zentral die Implementierung von Zetkin in der KPÖ.
Grund und Boden für Fortgeschrittene
Kaum ein Thema beschäftigt die Menschen so unmittelbar wie das Wohnen. Steigende Mieten, Immobilienspekulation und die Umwandlung von Wohnraum in ein Anlageprodukt prägen den Alltag von Millionen Menschen. Doch warum spielt gerade die Wohnungsfrage für die KPÖ eine so zentrale Rolle? Und was unterscheidet eine kommunistische Perspektive auf Wohnen von anderen politischen Zugängen?
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit den theoretischen und praktischen Grundlagen kommunistischer Wohnungspolitik. Gemeinsam diskutieren wir, welche Rolle Wohnen im Kapitalismus spielt, warum die Wohnungsfrage immer wieder zu sozialen Konflikten führt und weshalb sie ein besonders wichtiger Ansatzpunkt für politische Organisierung ist. Anhand von Erfahrungen aus der Arbeit der KPÖ betrachten wir, wie Mieter:innenkämpfe, Sozialsprechstunden, Haustürgespräche und Kampagnen rund ums Wohnen zum Aufbau von Gegenmacht beitragen können.
Dabei geht es auch um die strategische Frage, warum die KPÖ in den letzten Jahren gerade über die Wohnungsfrage so viele Menschen erreichen konnte – und welche Chancen, aber auch Grenzen damit verbunden sind. Denn wer über Wohnen spricht, spricht nicht nur über Mieten, sondern über Eigentum, Macht und die Frage, wie wir unsere Städte und Gemeinden gemeinsam gestalten wollen.
Bernhard Gugg, ist Stadtplaner und Büroleiter des Regierungsbüro der KPÖ in Salzburg.
Führungsverständnis in der KPÖ – oder: Warum immer dieselben alles machen?!
Eine kommunistische Partei braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen. Aber was bedeutet Führung eigentlich aus kommunistischer Perspektive? Wie gelingt es, Menschen für gemeinsame politische Ziele zu gewinnen, ohne Politik für sie zu machen? Und welche Aufgaben haben Funktionär:innen beim Aufbau einer starken und handlungsfähigen Partei?
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage von Führung, Verantwortung und Hegemonie. Gemeinsam diskutieren wir, wie gesellschaftlicher Einfluss aufgebaut wird, welche Rolle politische Orientierung und Organisierung dabei spielen und warum der Aufbau von Strukturen eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche politische Arbeit ist. Dabei geht es auch um die praktische Frage, wie Menschen eingebunden, gefördert und dazu befähigt werden können, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Im Mittelpunkt steht ein Verständnis von Führung, das nicht auf Einzelpersonen setzt, sondern auf die Entwicklung kollektiver Handlungsfähigkeit. Denn eine kommunistische Partei wird nur dann gesellschaftlich wirksam, wenn sie Menschen organisiert, ihnen politische Werkzeuge in die Hand gibt und Schritt für Schritt die Voraussetzungen für gesellschaftliche Veränderung schafft.
Günther Hopfgartner, ist Vorsitzender der KPÖ und schreibt aktuell im Argument eine Serie zu seinem Verständnis von Führung in der KPÖ.
Über die Verbindung von marxistischer Theorie und lokaler Politik
Warum produziert der Kapitalismus Krisen, Ungleichheit und Konkurrenz immer wieder neu? Und was folgt daraus für unsere politische Arbeit als Kommunist:innen? In diesem Workshop erarbeiten wir uns die wichtigsten Grundgedanken aus Marx’ Kapital – verständlich, kompakt und mit Bezug zu aktuellen Entwicklungen.
Dabei geht es nicht nur darum, Marx zu lesen, sondern darum, die Verbindung zwischen marxistischer Theorie und unserer konkreten politischen Praxis herzustellen. Was bedeutet es, eine sozialistische Gesellschaft anzustreben und gleichzeitig im Gemeinderat über Mieten, Kindergärten oder Busverbindungen zu diskutieren? Wie hängen kommunistische Perspektive und kommunalpolitische Arbeit in Stadt und Land zusammen? Und wie gelingt es, im politischen Alltag konkrete Verbesserungen für die Menschen zu erkämpfen, ohne dabei die grundlegende Kritik am Kapitalismus aus den Augen zu verlieren?
Tobias Schweiger ist seit 2021 Bundessprecher der KPÖ, hält aktuell den Kapital-Lesekreis für die Jugendorganisationen der KPÖ in Wien, und hat drei Jahre lang in Deutschland für die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Marx-Lektürekreise moderiert.



