Im Jahr 2022 erhöhen sich die Energie- und Heizkosten drastisch. Genauso die Gewinne des Erdöl- und Gaskonzerns OMV.

Von Tobias Schweiger, 04.02.2022

Die OMV lässt mit einer Jubelmeldung von sich hören: Der österreichische Erdöl- und Gaskonzern hat 2021 seine Gewinne drastisch erhöht. 2,8 Milliarden Euro bleiben dem Unternehmen nach Steuern 2021 als Profit. Deshalb plant die OMV eine um 24% höhere Gewinnausschüttung an ihre Aktionär:innen. 

Die Aussendung strotzt nur so vor Zahlen, die die Leistungsfähigkeit des Unternehmens gegenüber anderen Öl- und Gaskonzernen beweisen sollen. Sogar eigene Erklärvideos werden angehängt, um das BWL-Kauderwelsch verständlich zu machen. Aber nur in einem Nebensatz fällt dann, was für uns alle interessant und für viele von uns leider allzu relevant ist: Die gestiegenen Gaspreise machen die Rekordgewinne erst möglich. 

Diese Gewinne hängen also unmittelbar mit dem Anstieg der Energiekosten um bis zu 20% zusammen. Seit Monaten wird diese Mehrbelastung für Haushalte kritisiert, die viele nicht stemmen können. Laut den jüngsten Erhebungen können sich österreichweit 200.000 Menschen nicht leisten, in der kalten Jahreszeit ihre Wohnung ausreichend zu heizen. 

Menschen mit niedrigen Einkommen sind besonders betroffen. Nach verschiedenen Kommunen und Bundesländern hat letzte Woche auch die Bundesregierung einen Teuerungsausgleich versprochen. Aber wenn die Gewinne der OMV steigen, wenn die Kosten für das Heizen teurer werden, wohin fließt all diese Unterstützung letztlich? Richtig, in die Geldspeicher der OMV-Aktionäre.

Wir von der KPÖ haben es in Oberösterreich, in der Steiermark und Salzburg geschafft Druck aufzubauen damit sich die Heizkostenzuschüsse erhöhen und die Teuerungen der Energiekosten ein bisschen abgefedert werden. So wichtig eine Erhöhung der Heizkostenzuschüsse im ersten Schritt waren, eine dauerhafte Lösung sind sie nicht. Erstens helfen den Menschen bei dauerhaften Preissteigerungen Einmalzahlungen nur kurzfristig. Und zweitens landen die Ausgleichszahlungen ja erst Recht am Ende als Dividenden bei den Reichen. 

Deshalb müssen die Energiekonzerne unter gesellschaftliche Kontrolle gestellt werden oder ihnen wenigstens auferlegt werden, eine Energiegrundsicherung zu niedrigen Preisen zu gewährleisten. Mit weniger als 15% des OMV-Gewinns ließen sich die Heizkosten dieser 200.000 Menschen decken.

Während die Einen jubeln, müssen viele Andere frieren. Deshalb braucht es die gesellschaftliche Kontrolle über die Energieversorgung.

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