KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Arik Brauer mit 92 Jahren verstorben

(24.1.2021)

1929 in Wien geboren, bedeutete die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten für Arik Brauer einen großen Einschnitt. Sein Vater starb in einem Konzentration­slager, er selbst überlebte – als Jude verfolgt – untergetaucht in einem Versteck. Nach dem Krieg schloss sich der junge Arik Brauer zunächst der KPÖ an. 1953 wandte sich Brauer vom Kommunismus ab.

Der Spanienkämpfer und Wiener Stadtleiter der Freien Österreichischen Jugend (FÖJ) Fritz Weissenbeck brachte den 16 Jahre alten Arik Brauer zur FÖJ. Arik Brauer ist damaligen FÖJ-Mitgliedern vor allem Gitarre spielend in Erinnerung geblieben. Für die „Burschengruppe“ der FÖJ schrieb Brauer politische Texte und Singspiele, „die dann, nachdem sie einstudiert waren, mit großem Erfolg aufgeführt wurden“, wie die Manfred Mugrauer in den Mitteilungen der Alfred-Klahr-Gesellschaft schreibt.

In einem NU-Beitrag von Danielle Spera anlässlich der Ausstellung »Genosse Jude« im Jüdischen Museum Wien wird Brauer wie folgt zitiert: „Am Sonntag waren wir ,Volksstimme‘ verkaufen und haben uns von den Leuten anspucken lassen. Wenn es nur irgendwie ums Kämpfen gegangen ist, waren wir selig“, sagte Brauer. „Als im Gartenbau-Kino ,Rommel, der Wüstenfuchs‘ gespielt werden sollte, haben wir einen ordentlichen Wirbel gemacht. Ich bin auf das Vordach des Kinos geklettert und habe mit einem Taschenmesser das Filmplakat weggeschnitten. Unten war schon alles grün vor Polizisten. Rudi Wein hat einige Freunde organisiert, ich bin runtergesprungen und sie haben mich aufgefangen. Die Polizei hat fest geprügelt, aber wir sind entwischt.“ Ein anderes Mal kletterten die beiden über ein Gerüst in die Roßauer Kaserne. Mit dabei hatten sie Druckerschwärze vom kommunistischen Globus-Verlag und schrieben „Hände weg von Korea“ auf die Wände der Polizeiräume. Brauer heute: „Jede noch so geringe Tat hat natürlich die Phantasie von Jugendlichen enorm beflügelt und uns vor uns selbst als Helden erscheinen lassen.“

Heute ist Arik Brauer, der zeitlebens überzeugter Antifaschist geblieben ist, im Alter von 92 Jahren in Wien verstorben.

Foto: Monica Boirar, CC BY-SA 3.0


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