KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

MyMarx - Wer will schon Kapitalismus ohne ihn analysieren und kritisieren?

Von: Michael Schmida (14.5.2018)

Beitrag zur Artikelserie: MyMarx – KPÖ Mitglieder über ihren Karl Marx 

Meine Annäherung an Karl Marx erfolgte im jugendlich-adoleszenten Alter über den elterlichen Bücherschrank und Erich Fromm. Ich las „Haben oder Sein“ und interessierte mich dann vor allem für Ernst Bloch. Die zwei Vertreter eines eher unorthodoxen, nicht-kanonischen Zugangs zum Marxismus ebneten mir den Weg und machten mich mit dem Marx(ismus) bekannt. Danach kam natürlich die Lektüre vom „Manifest der kommunistischen Partei“ und „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“. Kurz vor dem Untergang der DDR kaufte ich mir in Ost-Berlin in einer Buchhandlung auf der nach ihm benannten Allee die blauen zweibändigen ausgewählten Schriften von Marx und Engels. Ich kann mich noch erinnern, wie die Verkäuferin die zwei Bücher ordentlich in ein typisches DDR-Packpapier mit der Aufschrift „Frohe Ostern“ einwickelte.
Neben den philosophischen Marx durfte dann der „spätere Marx“ nicht fehlen. Durch den Zusammenbruch des „ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschen Boden“ konnte man nun kostengünstig die sechsbändige Werkausgabe und die drei Bände des Kapitals ersteigern. Ich las aber nur den ersten Band seines ökonomischen Hauptwerkes. Für weitere Vertiefungen des Originals fehlte, wie bei vielen, die theoretische Ausdauer. Aber das Universum des Marxismus war eröffnet. Alles mögliche war dann zumindest temporär von größerem Interesse: Die Bindestrich-Marxismen: Neo-, Post- , Kultur- und Freudo-Marxismus usw. usf. Linke Theorie eben. Und heute?
Natürlich spielen Karl Marx und seine Ideen auch für mich noch immer eine Rolle, denn wer will schon Kapitalismus ohne ihn analysieren und kritisieren. Irgendwie kommt man immer wieder auf Marx zurück, obwohl seine Geburt nun schon 200 Jahre her ist.

Michael Schmida ist Aktivist der KPÖ in Linz


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