KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

KPÖ-Ehrenvorsitzende Irma Schwager auf dem 36. Parteitag 2014 (Foto: Gisela Ortner)

Irma Schwager wäre 100 Jahre alt

Von: Bärbel Danneberg (31.5.2020)

Am Sonntag erinnern wir uns anlässlich ihres 100. Geburtstages an Irma Schwager – ein kurzer Blick auf ihr großes bewegtes Leben.

Am 31. Mai 1920 als Kind jüdischer Eltern geboren, bekam Irma Schwager als junges Mädchen die Pogromstimmung in den Straßen Wiens zu spüren, wo Juden unter dem Gejohle der Leute zum Straßenreiben abgeholt wurden. Als 1938 die ersten Transporte nach Dachau gingen, machte sich Irma auf den Weg nach England, blieb aber illegal in Belgien im Kontakt zu einer Gruppe von politischen Emigranten hängen. Mit dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 flüchtete Irma aus dem besetzten Belgien nach Frankreich. Dort wurde sie im Lager Gurs interniert und schloss sich einer illegalen kommunistischen Organisation an. Mit Hilfe der französischen Widerstandsbewegung gelang ihr die Flucht aus dem Lager.

In Frankreich begann für sie die politische Arbeit in der Résistance, in der die ÖsterreicherInnen eine eigene Gruppe gebildet hatten. Während die Burschen in den verschiedenen Wehrmachtsstellen gegen den Krieg agitierten, nahmen die Mädchen mit den Soldaten Kontakt auf und versuchten in den Gesprächen, Überzeugungsarbeit gegen den Krieg zu leisten. Nach der Befreiung Österreichs vom Faschismus kam Irma Schwager zurück in ihre Heimat. Ihr Einsatz als Vorsitzende des Bundes Demokratischer Frauen Österreichs, als Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ und ihr Engagement in der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) galten dem Zusammenwirken der Frauen für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden. Die Verwirklichung der Ziele der verschiedenen UNO-Dekaden der Frau und vor allem die Entspannung zwischen Ost und West, die Beendigung des Vietnamkrieges und – unter dem Eindruck von Hiroshima und Nagasaki – die vielfältigen Aktivitäten gegen Rüstungswettlauf und atomare Bedrohung waren Inhalte ihrer politischen Arbeit. 2011 wurde Irma Schwager zur Ehrenvorsitzenden der KPÖ gewählt.

„Erkennen, was Unrecht ist, nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ – dieser Leitspruch bestimmte Irma Schwagers Leben bis zu ihrem Tod am 22. Juni 2015. Politische Ehrungen vom offiziellen Österreich hat Irma Schwager nie erhalten. Nun soll ein Park in Wien-Leopoldstadt ihren Namen tragen.

Bärbel Danneberg


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