KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Tierschutz neu - ein Schritt zurück

Von: Alexandra Benedik (17.2.2017)

Über 600 Stellungnahmen sind zum Entwurf der Änderung des Tierschutzgesetzes abgegeben worden, viele TierschützerInnen sind entsetzt.

Mit der Novelle wurde versucht in einigen Punkten bestehende Unklarheiten zu beseitigen, leider wurden damit aber teilweise weitere Problemfelder geschaffen. Großartige Verbesserungen sucht man vergeblich. Ein Kommentar von Alexandra Benedik, Tierschutzspreche­rin der KPÖ

So wurde das Verbot der Anbindehaltung bei Hunden gelockert. Derzeit ist auch das vorübergehende Anbinden verboten. Ein kurzfristiges Anbinden z.B. vor einem Geschäft soll jetzt davon ausgenommen werden. Das erscheint durchaus sinnvoll, aber die Formulierung schafft einen zu großen Auslegungsspielraum für das zeitliche Ausmaß.

Ein Schlag ins Gesicht vieler engagierter Streunerkatzen­betreuerInnen ist zweifellos der Versuch den Begriff der Zucht weiter zu definieren. Es soll jetzt auch als Zucht gelten, wenn ein Elterntier nicht bekannt ist. Der Hintergrund ist, dass man auch Zuchtkatzen den Ausgang ins Freie ermöglichen möchte bzw. Tiere nicht in unterschiedlichen Zimmern gehalten werden müssen. In der Praxis kann das aber zu unkontrollierter Vermehrung führen und mit einer derartigen Regelung kann die Kastrationspflicht leicht umgangen werden. Anstatt die derzeitige gesetzliche Regelung aufzuweichen, wäre es wichtiger sich zu überlegen, wie man diese auch tatsächlich umsetzt. Was bringt ein Gesetz, an das sich kaum jemand hält, weil nicht kontrolliert wird?

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Verwendung von Korallenhalsbändern bei der Ausbildung von Polizeihunden. Außerdem soll der Einsatz von Hunden bei Polizei und Militär generell nicht als Tierquälerei gewertet werden. Das wäre ein Freibrief, den man so nicht akzeptieren kann, vielleicht sollte man derartige Hundeeinsätze überhaupt überdenken. Tierquälerei bleibt Tierquälerei, der gefühlte Schmerz, die Angst oder der Stress bleiben gleich, unabhängig vom Zweck. Korallenhalsbänder haben in einer modernen und artgerechten Hundeausbildung sowieso nichts zu suchen.

Der Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen soll weiterhin erlaubt bleiben, entgegen einem einstimmigen Beschluss der Landestierschut­zreferentInnen für ein Verbot. Ein solches gab es auch schon mal, wurde dann aber wieder aufgehoben. Wer schon einmal ein Hunde- oder Katzenkind bei sich aufgenommen hat weiß, dass die Trennung vom Muttertier und das neue Umfeld einen enormen Einschnitt bedeuten. Das Jungtier braucht in dieser Zeit viel Zuwendung und Betreuung. In einem Geschäft kann das niemals gewährleistet werden.

Es bleibt zu hoffen, dass der breite Protest Wirkung zeigt und der Entwurf noch einmal überarbeitet wird.


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