KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

1968 und die Linke in Europa

Von Europäische Linke (20.8.2008)

Anlässlich des Jahrestages der Unterdrückung des Prager Frühlings 1968 organisierte am vergangenen Wochenende (16.8) die Europäische Linke in Kooperation mit der Partei des Demokratischen Sozialismus (SDS) ein Seminar mit dem Titel: 21. August 1968 und die Linke in Europa. An dieser Zusammenkunft nahmen RepräsentantInnen verschiedener Mitgliedsparteien der EL teil. VertreterInnen von Die Linke, der Kommunistischen Partei Österreichs, der Kommunistischen Partei Spaniens und SYNASPISMOS ergriffen das Wort. Andere Beiträge kamen von tschechischen Linksparteien (SDS, KSCM, CSDS) sowie gesellschaftlichen Organisationen. Sowohl die Lehren als auch daraus entstandene Herausforderungen für die Linke wurden diskutiert.

Die teilnehmenden linken AktivistInnen, HistorikerInnen und insbesondere die anwesenden Zeitzeugen der Ereignisse vor 40 Jahren betonten, dass der „Prager Frühling“ und seine Unterdrückung durch die von der Sowjetunion angeführten Truppen nicht nur für die tschechische und europäische Geschichte bedeutend ist sondern auch für das Heute und für die Perspektiven der linken Kräfte, die für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft kämpfen.

Neben den Fragen der sozialistischen Erneuerung beschäftigten sich die TeilnehmerInnen auch mit der Bedeutung der Ereignisse von 1968 für die sozialistischen und kommunistischen Bewegungen in Ost und West, Nord und Südeuropa im Rahmen der späten 60er Jahre: der Mai 68 in Paris, in Deutschland, in Österreich, die „Politechnische Revolution“ in Griechenland und die Kämpfe für die Umstrukturierung der Gesellschaft.

Zusammenfassend wurden aus der Diskussion folgende Schlüsse gezogen: Die Militärintervention war eine Verletzung des internationalen Rechts und der Prinzipien der solidarischen Beziehungen zwischen unabhängigen Parteien, mit gravierenden Konsequenzen für die kommunistischen und linken Parteien und Bewegungen, sowohl in den sogenannten westlichen als auch sozialistischen Ländern.

Die Parteien in den kapitalistischen Ländern litten unter einem Verlust von Glaubwürdigkeit und öffentlicher Unterstützung. In manchen Fällen verursachten interne Differenzen bei der Einschätzung und Bewertung der tschechoslowa­kischen Ereignisse und die weitere Entwicklung zu Auseinanderset­zungen und Spaltung. Andererseits sich die Auswirkungen der Augustereignisse 68 in den sozialistischen Ländern und der Sowjetunion 1989 und später gezeigt. Sie waren mitverantwortlich dafür, dass sich die Öffentlichkeit gegen die herrschenden kommunistischen Parteien stellte bzw. sich von ihnen zurück zog.

Gemeinsame Lehre daraus ist die Notwendigkeit der permanenten Demokratisierung der Gesellschaften und der politischen AkteurInnen selbst. Die TeilnehmerInnen des Seminars stimmten überein als eine Lehre aus der Geschichte die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen. Sie betonten die dringende Notwendigkeit neue Wege zu finden, wie die neoliberale Politik überwunden werden kann, die heute das Leben von Millionen Menschen hier in Europa ebenso wie in anderen Gebieten der Erde betrifft.


Übersetzung: Waltraud Fritz-Klackl

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