KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Herz und Hirn der Roten Hilfe

Von Michael Graber (27.12.2010)

Am 27. Dezember jährt sich der Geburtstag von Malke Schorr zum 125. mal.

Malke Schorr gehört zu den herausragendsten und interessantesten Frauengestalten der frühen KPÖ. Sie stieß mit einer linken Gruppe der jüdischen ArbeiterInnenpartei Poale Zion zur neu gegründeten KPÖ und gehörte bald zu deren führenden Persönlichkeiten.

Bereits vor dem 1. Weltkrieg war sie eine unermüdliche gewerkschaftliche Aktivistin und nach 1914 schloss sie sich den linken Gruppen an, die gegen den Krieg kämpften. So war sie auch 1918 an der Organisierung des Jännerstreiks, der mächtigsten Streikbewegung in Österreich im 20. Jahrhundert, beteiligt. Obwohl selbst verhaftet und aus Wien und Niederösterreich verwiesen organisierte sie Hilfe und Unterstützung für die verhafteten Streikführer.

In der KPÖ übernahm Malke Schorr die Leitung der Frauenarbeit bis sie ihre Erfahrungen mit der Solidaritätsarbeit zur Mitbegründerin der Internationalen Roten Hilfe werden ließ. Bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bestanden faschistische Regimes in Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Italien.

Viele FunktionärInnen der Arbeiter- und Kommunistischen Parteien und Gewerkschaften flüchteten vor dem weißen Terror nach Wien, wo sie durch die Rote Hilfe eine bescheidene Unterstützung und auch das Asylrecht erkämpft bekamen. Malke Schorr, Herz und Hirn der Roten Hilfe, verstand es nicht nur konkrete Hilfe zu organisieren, sondern auch andere für die Solidaritätsarbeit zu mobilisieren. Ihre Überzeugungsarbeit verband sie mit antifaschistischer Aufklärung.

Mit dem Namen Malke Schorr sind weltumspannende Solidaritätskam­pagnen verbunden, so für die Anarchisten Sacco und Vanzetti, die in den USA hingerichtet wurden und für Ernst Thälmann, der als KPD-Vorsitzender von den Nazis eingesperrt und gegen Ende des Krieges hingerichtet wurde.

Den 2. Weltkrieg überlebte Malke Schorr in Moskau. Nach der Befreiung Wiens zurückgekehrt übernahm sie bereits 60jährig den Pressedienst der Partei. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich als kleiner Bub an vielen Wochenenden mit meiner Mutter, die Malke Schorr aus der Volksstimme-Redaktion gut kannte, mit der damaligen Stadtbahn (heute U4) nach Hietzing in ihre Villa pilgerte und bei der alten Dame eine Jause bekam und mit ihr Karten spielte. Nach einem Schlaganfall konnte sich Malke Schorr nur mehr übers Domino-Spielen mit uns verständigen.

Sie starb 1961. „Ein großes Herz und ein kluger Kopf, das war es, was diese Frau, die so gar nicht „hübsch” war, so nobel und anziehend machte”, schrieb Jenö Kostmann aus Anlass ihres Todes in der „Volksstimme“.

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