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Kommunistische Partei Österreichs

Literaturnobelpreisträger und Kommunist José Saramago verstorben

Foto: Periodista digital.com

Foto: Periodista digital.com

von:  Christoph Kepplinger (20.06.10)

Das Werk des 1998 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten portugiesischen Schriftstellers José Saramago ist literarisch unumstritten. Am 18. Juni verstarb er nach langer Krankheit im 87. Lebensjahr auf Lanzarote.

Saramago wurde 1922 in Azinhaga, einem kleinen portugiesischen Dorf, als Kind einer Landarbeiterfamilie geboren. Da ihm der Besuch einer höheren Schule aus finanziellen Gründen verwehrt blieb, eignete er sich nach einer Mechanikerausbildung als Autodidakt umfangreiches Wissen an. Er arbeitete zunächst als Angestellter der Sozialwohlfahrt, später in Verlagen und als Übersetzer und Literaturkritiker. Seinen ersten Gedichtband „Os Poemas Possíveis“ veröffentlichte er 1966. Lyrik, Romane, Essays und Dramen erschienen regelmäßig in weiterer Folge.

Im Jahr 1969 schloss sich Saramago der damals in Portugal illegalen Kommunistischen Partei (PCP) an, in der er zahlreiche Funktionen ausübte und in der er bis zuletzt politisch aktiv war. So sprach sich Saramago 1986 vehement gegen den Beitritt Spaniens und Portugals zur EU aus. Als erklärter EU-Kritiker kandidierte er zuletzt 2004 für die PCP bei den Europawahlen.

Seine politische Überzeugung kommt unter anderem in seinem 1980 erschienenen Roman „Hoffnung im Alentejo“ zum Ausdruck, in dem er das Aufbegehren von Landarbeitern gegen feudale Herrschaftsstrukturen und – unter dem Eindruck der Nelkenrevolution von 1974 – den Schlusspunkt der klerikalfaschistischen Diktatur in Portugal beschreibt. Mit diesem Roman erlangte er als Autor internationale Bekanntheit. Für seinen 1991 veröffentlichten Roman „Das Evangelium nach Jesus Christus“ wurde Saramago von der katholischen Kirche der Blasphemie bezichtigt. Noch 2009 verlangte der EU-Abgeordnete Mário David von der Konservativen

Partei (= Partido Social Democrata) für das kirchenkritische Buch „Caim“

wütend die Aberkennung der portugiesischen Staatsbürgerschaft Saramagos. Umso verdienter wurde Saramago 1998 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Mit Saramago verliert die Weltliteratur einen ihrer bedeutendsten Vertreter, einen Antifaschisten und überzeugten Kommunisten, der diese Überzeugung nicht nur in seinem politischen Engagement, sondern auch in seiner Literatur lebte.

Die Kommunistische Partei Österreichs teilt die Trauer mit den Angehörigen José Saramagos sowie mit der Kommunistischen Partei Portugals.