KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Besuch bei Freunden - "mossad sagur"*) lässt grüßen

Von Alexandra Hahlweg (23.12.2010)

Kärnten war immer schon ein Platz der besonderen Art, Kärnten war schon immer ein bisschen anders.

Während man anderswo oft die Vergangenheit verdrängt, um nicht in eine tiefe kollektive Depression zu verfallen, erinnert man sich in Kärnten auffallend gern, z.B. an die „positive Beschäftigungspo­litik im Dritten Reich“ oder an die „anständigen Wehrmachtsoldaten, die nur das Vaterland verteidigten“.

Niemand stößt sich daran wenn Nazis in der Uniform der Deutschen Kriegsmarine – altersbedingt teilweise auf Krücken – zu Denkmalenthüllungen aufmarschieren.

Hier ist es völlig normal, dass der „Landeshauptmann der Herzen“ im arisierten Bärental wohnte, ebenso wie es normal ist, dass KZ-Ärzte, wie z. B. Sigbert Ramsauer oder Kriegsverbrecher und Massenmörder wie z.B. Milivoj Ašner hier lebten und zum Teil immer noch leben. Gerade diese „Kärntner Normalität“ macht den heutigen offiziellen israelischen Besuch völlig unverständlich, unerklärbar.

„Ein von großer Herzlichkeit geprägtes Treffen“ soll es gewesen sein, das Treffen des kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Landtagspräsident (und Nordkoreaexperten) Josef Lobnig mit dem israelischen Vizeminister Ayoob Kara und dem stellvertretenden Vorsitzenden der drusischen Gemeinde in Israel, Scheich Ameen Kablan.

Der Scheich, dem man gestern noch diskret ins Ohr flüstern musste, wie die Partei, mit der er sich da trifft, überhaupt heißt, ist begeistert: „Ich habe das Gefühl, hier Freunde zu treffen“ und lud Gerhard -„die Stimme aller Kärntner“- Dörfler sogleich „herzlich“ in die drusische Gemeinde (Daliat A Carmel?) ein.

Im „vielfältigen“ Gespräch, hob der – in Sachen Ortstafeln amtlich bescheinigte einfältige – Dörfler, Kärnten als umweltbewusstes Forschungs (Feinstaubkleber?)-, Wirtschafts (Hypo?)- und Tourismusland (Saualm?) hervor, das eine gute Mischung aus Tradition (Ulrichsbergtref­fen?) und Moderne (Seebühne?) prägen würde.

„Es ist mir eine Freude, erstmals eine so hohe Delegation aus Israel in Kärnten zu begrüßen“, meinte der Landeshauptmann, der „großen Wert auf internationale Kontakte“ legt.

Gute internationale Kontakte, beispielsweise mit Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi inkl. seinem Junior, pflegte auch schon seinerzeit der frühere Landeshauptmann Jörg Haider.

Wie bitter da der heutige israelische Besuch für die wirklich treuen Haiderfans in Kärnten gewesen sein muss, die ja hinter dem tödlichen Unfall ihres Idols einen Mossad-Anschlag vermuten, lässt sich wahrscheinlich nicht einmal erahnen, ebenso wenig wie das Ausmaß des politischen Schadens für Israel.

*) Mossad sagur= geschlossene Anstalt

Bild: Herr Dörfler empfängt Ayoob Kara, © Pressestelle der Kärntner Landesregierung.

Quelle: „die jüdische“

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