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Kommunistische Partei Österreichs

Von großen und kleinen Fischen

Hightech-Hüttenzauber am Monte Rosa (copyright: "Siemens-Pressebild")

Hightech-Hüttenzauber am Monte Rosa (copyright: "Siemens-Pressebild")

Von wegen Krise: Den großen multinationalen Konzernen geht's gut. Ein Beispiel ist der Siemenskonzern. Siemens Österreich legte vor wenigen Tagen Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/2011. Resultat: Siemens Österreich überweist eine Rekorddividende von sage und schreibe eine Milliarde Euro an die Siemens-Mutter in München. Die Dividende des vorherigen Geschäftsjahres hatte mit 420 Millionen weniger als die

Hälfte der aktuellen Summe betragen.

Vor Steuern verdiente Siemens Österreich "dank hoher Beteiligungserträge und eines entsprechenden Finanzergebnisses" 928 Millionen Euro. Das Unternehmen spüre keine Liquiditätsprobleme oder Kreditklemme. Notfalls könne man auf die eigenen "reichlich vorhandenen Reserven im Konzern" zurückgreifen, meinte der Finanzvorstand.

 

Was zeigt uns das?

1. Bei einem "operativen Ergebnis" von 74 Millionen, also dem Profit aus eigener Wirtschaftstätigkeit, lukrierte der Konzern ein Vielfaches davon an "Finanzergebnis", vorwiegend aus der Abführung von Profiten aus Osteuropa und Zinsen aus Wertpapieren.

Siemens akkumuliert auf diese Weise Finanzvermögen und ist daher auch seine eigene Bank. Es gilt das alte Bonmot, daß der Konzern eine Finanzgesellschaft mit angeschlossener Elektrobateilung ist.

Allein die Milliarden-Dividende entspricht dem Jahresgewinn aller Banken in Österreich für das Jahr 2011.

Das Finanzkapital speist sich aus den Profiten des "produktiven Sektors" und ist nicht von diesem zu trennen.

 

2. Gälte in Österreich der alte Körperschaftssteursatz von 34 Prozent statt dem jetzt gültigen von 25 Prozent müßte allein Siemens an die hundert Millionen Euro mehr an den Staatshaushalt statt an Siemens in München zahlen. Das sind in etwa die Kosten der Mindestsicherung.

 

3. Eine in der Schweiz veröffentlichte Studie hat ergeben, daß auch die über 5.000 multinationalen Konzerne – und damit die Weltwirtschaft – in Wahrheit von 147 Finanzkonglomeraten beherrscht werden. Selbst Siemens ist in diesen Größenordnungen nur ein mittlerer Fisch.