KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Die Bedeutung des Widerstandes

Von KPÖ-Pressedienst (29.10.2008)

An die Bedeutung des antifaschistischen Widerstandes gegen das Nazi-Regime und den Anteil der KPÖ daran für die Befreiung vom Faschismus und das Wiedererstehen eines unabhängigen Österreich erinnert KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner anlässlich des 65. Jahrestages des „Moskauer Deklaration“ der Alliierten vom 30. Oktober 1943.

Mit dieser Erklärung sprachen sich die Außenminister Anthony Eden (Großbritannien), Wjatscheslaw M. Molotow (Sowjetunion) und Cordell Hull (USA) als Vertreter der Hauptmächte der Anti-Hitler-Koalition für die Wiederherstellung der Souveränität des 1938 von Nazi-Deutschland okkupierten Österreich aus. In der Deklaration heißt es, dass „Österreich, das erste freie Land, das der typischen Angriffspolitik Hitlers zum Opfer fallen sollte, von deutscher Herrschaft befreit werden soll“ und dass die Alliierten „die Besetzung Österreichs durch Deutschland“ als „null und nichtig“ betrachten und „wünschen, ein freies unabhängiges Österreich wiederhergestellt zu sehen“.

Allerdings stellten die Alliierten in der Deklaration auch fest: „Österreich wird aber auch daran erinnert, dass es für die Teilnahme am Kriege an der Seite Hitler-Deutschlands eine Verantwortung trägt, der es nicht entrinnen kann, und dass anlässlich der endgültigen Abrechnung Bedachtnahme darauf, wie viel es selbst zu seiner Befreiung beigetragen haben wird, unvermeidlich sein wird.“

„Die KPÖ kann für sich mit Fug und Recht feststellen, dass sie – gestützt auf die von Alfred Klahr entwickelte These der Existenz einer eigenständigen österreichischen Nation und den historischen Aufruf der KPÖ vom 12. März 1938 – eben diesen eigenen Anteil für die Befreiung vom ersten Tag der faschistischen Herrschaft an ernst genommen und aktiven Widerstand geleistet haben“ so Messner.

Bezeichnend dabei ist, dass viele Todesurteile gegen kommunistische Widerstandskämpfe­rInnen von der Nazi-Justiz explizit mit der Begründung „das hochverräterische Unternehmen, mit Gewalt ein zum Reich gehöriges Gebiet vom Reiche loszureißen vorbereitet zu haben“ erfolgt sind. Noch in den letzten Tagen des Krieges wurden Ende April 1945 auf ausdrücklichen Befehl des Nazi-Gauleiters August Eigruber im KZ Mauthausen zahlreiche Antifaschisten, darunter vor allem Kommunisten mit der Begründung ermordet, dass die Alliierten „keine aufbauwilligen Kräfte vorfinden“ sollten.

Mit der „Moskauer Deklaration“ hatte sich der Standpunkt der KPÖ auch bei den Alliierten durchgesetzt. Erst zu diesem Zeitpunkt schwenkte auch die Sozialdemokratie auf die Linie der Wiederherstellung eines unabhängigen Österreich ein. Bis dahin hatten sowohl Sozialdemokraten als auch Revolutionären Sozialisten den „Anschluss“ als historischen Fortschritt interpretiert und auch nach der Befreiung vom Faschismus an einer großdeutschen Option festgehalten. Bekanntlich hatte 1938 der führende Sozialdemokrat Karl Renner „freudigen Herzens“ den „Anschluss“ begrüßt.

Der Umgang des offiziellen Österreich mit der „Moskauer Deklaration“ war allerdings von Anfang an zwiespältig, indem ÖVP wie SPÖ nach der Befreiung im Jahre 1945 die Opfer-These in den Vordergrund stellten und es damit den hunderttausenden MittäterInnen an den Verbrechen des Nazi-Faschismus ermöglichten ihre Mitverantwortung zu vertuschen. Andererseits wurden zunehmend jene AntifaschistInnen, die den „eigenen Beitrag“ zur Befreiung ernst genommen hatten vor allem mit Beginn des „kalten Krieges“ durch die hemmungslose Anbiederung der beiden Großparteien an die „Ehemaligen“ in das politische Out gedrängt. Es erfolgte also eine regelrechte Rollenumkehr zwischen Opfern und TäterInnen. Erst mit der Waldheim-Affäre 1986 und der Aussage des früheren Bundeskanzlers Vranitzky von 1991 über die „moralische Mitverantwortung“ von ÖsterreicherInnen begann eine ernsthafte Auseinandersetzung darüber.

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