KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Der eigene Beitrag

(10.5.2015)

Die hegemoniale Erinnerungspolitik in Österreich tut sich immer noch schwer mit der Nazizeit: Auch wenn der Opfermythos durch den Diskurs über die Mittäterschaft von Österreichern und Österreicherinnen an den Nazi-Verbrechen konkurriert wird, klafft in der Diskurslandschaft eine Riesenlücke: Es gab nicht nur ein Österreich der Willigen und der Täter, sondern auch ein Österreich des Widerstands. Und genau darin scheint das Problem der Diskursmächtigen in unserem Land zu liegen:

So breit der österreichische antifaschistische Widerstand politisch und weltanschaulich war, indem er auch Katholiken, Monarchisten, Sozialdemokraten und andere einschloss, wurde er in erster Linie und hauptsächlich von zwei Gruppen getragen: vom slowenischen Widerstand in Kärnten – an die tausend Menschen fielen hier im bewaffneten Kampf oder dem Naziterror zum Opfer – und vom kommunistischen Widerstand in ganz Österreich. Zweitausend Mitglieder der KPÖ – das ist die Hälfte aller aus politischen Gründen ausgesprochenen Urteile – wurden von den Nazi-Gerichten wegen Widerstands zum Tode verurteilt und exekutiert. Neunzig Prozent der im Dokumentation­sarchiv des österreichischen Widerstands archivierten Zeugnissse des antinazistischen Widerstands sind kommunistischen Ursprungs. Wie viele KPÖ-Mitglieder in Strafkompanien, in den Konzentration­slagern, als Kämpfende in europäischen Widerstandsbe­wegungen ihr Leben ließen, kann nur geschätzt werden.

Am 27. April 1945 wurde die Unabhängigkeit­serklärung Österreichs proklamiert; das ist praktisch die Geburtsurkunde der heutigen Republik. Und es ist kein Zufall: Sie trägt neben den Unterschriften der Vertreter der Sozialistischen und der Volkspartei die Unterschrift des Vertreters der Kommunistischen Partei Österreichs.

So, wie es dem Deutschnationa­lismus in Österreich nach dem Krieg gelang, das Wissen über den slowenischen Widerstand in Kärnten in die dunklen Gemächer der Kärntner Haus- und Hofgeschichtsschre­ibung zu versperren, genau so gelang es im antikommunistischen gesellschaftlichen Konsens in der Zeit des Kalten Kriegs, den Beitrag der Kommunistinnen und Kommunisten zur Befreiung Österreichs aus dem öffentlichen Bewusstsein nahezu wegzuradieren. Dagegen schreibt die Volksstimme in ihrer Ausgabe im Mai 2015 an.

Es ist Zeit, die österreichischen Geschichtsbücher zu komplettieren und den Täterdiskurs durch den Widerstandsdiskurs zu erweitern. Das kann auch dazu beitragen, den Deutschnationa­lismus etwas klarer zu erkennen, der sich in neoliberalen Zeiten, in der permanenten Krise des hegemonialen EU-Projekts, in österreichisch-nationalistischem Gewand ausbreitet. Erinnerungspolitik kann helfen, heißt es, die Gegenwart besser zu verstehen.

<link http://www.kpoe.at/…er-2014.html>Volksstimme Mai 2015 → Der eigene Beitrag

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