KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

EINE NEUE MEDIEN KULTUR BRAUCHT DAS LAND

Von Wolf-Goetz Jurjans (6.9.2008)

(und KPÖ im Parlament, mit Sicherheit)

“Es wundert mich, dass es in diesem Land noch so ruhig ist” meint der Regisseur und KPÖ Wähler aus Passion, Kurt Palm, im Standard Interview.
Die Frage drängt sich auf, ob es sich um eine Friedhofsruhe der Hoffnungslosigkeit oder um eine Ruhe vor dem Sturm handelt und ob dieser Sturm, sollte er losbrechen, dann doch einer im Wasserglas ist.
Da ich als parteiischer und parteilicher Mensch befangen bin, schafft mir ein kurzer 24-Stunden Blick auf die Regie dieses Wahlkampftheaters eine bessere Lagebeurteilung.

Freitag 5. 9. 08 WIEN, Kulturzentrum • Cafe 7STERN
Mirko Messner hat Medienvertrete­rInnen zu einem Pressefrühstück eingeladen. Viele Journalisten sind da. Die zentralen Botschaften werden aufgenommen und vermittelt. Online bringen alle führenden Printmedien plus ORF die Forderung der KPÖ nach 5 jährigem Einfrieren der Mieten und ihr Ziel, die 4 Prozenthürde österreichweit packen zu wollen. Selbst die KRONE der Meinungsschöpfung platziert diese Meldungen auf ihrer Internetseite.

Freitag 5. 9. 08 GRAZ, Stadtsenat
Auf Antrag von KPÖ-Wohnungsstadträtin Elke Kahr beschließt der Stadtsenat EINSTIMMIG, bei den Gemeindewohnungen auf die mit 1. Oktober fällige Erhöhung der Kategoriemietzinse um 5,7 Prozent zu verzichten und beweist damit, dass Graz und nicht Wien anders ist. Tags zuvor hat die Wiener SPÖ nur kurz auf ihre Mieterhöhungsau­ssetzung bis Weihnachten verwiesen und die von den Grünen eingebrachte “halbe KPÖ Forderung”, nämlich ein Moratorium bis Ende 2009 niederges­timmt.

SAMSTAG 6. 9. 08 Ein Blick in die Zeitungen zeigt Erstaunliches, nämlich nichts. Kein Bericht über die KPÖ Forderung nach 5 Jahre Mietzinsstopp. Der in der Krone vorgesehene Platz wird mit einer anderen Top Meldung gefüllt. Der Zahntechniker Strache hat in Vorarlberg Dünnpfiff bekommen. Trotz Darminfektion will der mutige Recke weiterkämpfen. Der Titel zu dieser Information: “Das erste Opfer des Wahlkampfs”. Damit auch das BZÖ bei dieser Mitleidsgeschichte nicht zu kurz kommt, wird auch Haider als Opfer eines Insektenstichs mit Bild dargestellt.
Für ein noch zu gründendes linkes Satirejournal zwei echte Topmeldungen: “Siamesische Rassisten vor dem aus? Straches Reden führen nun selbst bei Strache zu Erbrechen und Durchfall" und: "Haiders Reden werden jetzt erklärbar. Er hat einen Stich.” Das Satire Journal gibts noch nicht, vorerst macht das die Faymann-Krone selbst.

Die Nacht von FREITAG AUF SAMSTAG:
Eine unbekannte Gruppe von Männern und Frauen hat korrigierend in den Informationsfluss eingegriffen. Wie in postdemokratischen Bananenrepubliken wird die Steuerung der Masseninformation und Emotion zur Chefsache. Eine von Kominform inspirierte ÖSTINFORM interveniert und schon wieder FE LT KPÖ. Wir schreiben das Jahr 2008.

Eine sich goldene Nasen verdienende Immobilienbrache zetert und schreit schon seit den ersten Forderungen der KPÖ nach Mietzinsstopp über postkommunistische Bedrohungen ihres paradiesischen MieterInnenschröpfen­s. Die SPÖ Wien füllt seit dieser Zeit seitenweise Onkel Dichands Seiten mit “Studien” über die Lebensqualität in Wien, die gebetsmühlenartig wiederholen: Wien ist super, Wien ist Leinwand (selbst zu ergänzen ist dabei: wem’s schlecht geht, der ist ein Koffer).

Die Analyse der letzten 24 Stunden zeigt also, so meine ich, leichte Koordinationsmängel im Team der Herrschenden. Wieweit es ihnen gelingt, den Ball flach zu halten, die linken Informationen aus dem Spiel zu nehmen und die “Leut blöd wählen zu lassen”, wird sich weisen.
Die KPÖ ist jedenfalls mit ihrem Latein erst am Anfang.
Entscheiden werden das Wahlmatch die politischen Selbst- und MitdenkerInnen, und ihre Fähigkeit, die Menschen mit sozialer Gesinnung auch zum Laufen und zum Handeln zu bringen.
Motivierend könnte in diesem Zusammenhang die Tatsache sein, dass die Rassisten, von der werthaltigen Linken oft verlacht und verspottet, die eigenen WählerInnen mobilisieren können. Und das um einen hanebüchernen Schwachsinn mit hohem emotionalen Wert.
Da müsste es doch auch den humanistischen Fortschrittlichen gelingen, einmal den Roten Pfeffer in den eigenen … zu streuen, und die sinnvollen Forderungen zu erkämpfen.
Drei Wochen liegen vor uns. Dann werden wir drei Wochen kampferfahrener sein und wissen: Nach der Wahl ist vor der Wahl.
Der Realismus von Kurt Palm lässt ihn auf einen Einzug der KPÖ ins Parlament für 2050 hoffen.
Der Idealismus von Mirko Messner und Melina Klaus lassen sie an drei Wochen glauben.
Der Professionalismus von Ernesto Kaltenegger und Elke Kahr lässt ihr KPÖ know how schon seit Jahren für die Menschen wirken.
Ich träume den Traum vom phantastischen Realismus, der die kommunitischen Ideale wieder neu erfindet und neu lebt. On the road again. Wir sind auf einem guten Weg.
Ich persönlich bin der Meinung: Je früher desto besser und je gemeinsamer desto erfolgreicher. Die Menschen brauchen wieder eine Vertretung im Parlament, die wenigstens über die wichtigsten Themen in diesem Land informiert. Eine kommunistische Information, offen, kritisch, ehrlich und mit viel Engagement und Herzblut.

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