KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Die KPÖ als (neue) politische Heimat

KPÖ-Donaustadt am VolksstimmeFest

Von Dieter Hammer (19.9.2008)

Vor wenigen Wochen ist es mir also „gelungen“ – ich bin Mitglied der KPÖ geworden. Ich kann durchaus von Glück sprechen, denn der Start in meine neue politische Heimat hätte nicht interessanter sein können, fielen mein Beitritt und meine ersten „Gehversuche“ in der Partei doch zusammen mit dem aktuell stattfindenden Wahlkampf.

In dieser Hinsicht bleibt mir also eigentlich nichts anderes übrig, als mich bei genau diesem zu bedanken, denn wo lernt man schließlich Genossinnen und Genossen schneller kennen, wenn nicht bei gemeinsamen Aktionen und Aktivitäten auf der Straße, bei Treffen und Sitzungen? Doch meine eigentliche „Botschaft“, die ich mit diesem Artikel zum Ausdruck bringen möchte, soll nicht dazu dienen, meine Erlebnisse in den ersten paar Wochen als Neumitglied wiederzugeben, sondern wie ich überhaupt zu dem Entschluss gekommen bin, der KPÖ beizutreten.

Begonnen hatte alles mit der letzten Nationalratswahl im Oktober 2006. Wenige Wochen zuvor bin ich vom Norden Niederösterreichs nach Wien gezogen, um in der Bundeshauptstadt ein Studium an der Universität zu beginnen. Wie erwähnt, wurde kurz darauf die Wahl zum Österreichischen Nationalrat abgehalten, an der auch ich zum ersten Mal teilnehmen durfte. Als ein schon seit Kindestagen politisch interessierter Mensch und Neo-Student ging ich natürlich mit großen Erwartungen an die Politik zur Wahl, wurde aber bereits am Tag der Angelobung der Regierungskoalition SPÖ-ÖVP im Jänner 2007 im Hinblick auf die Ressortverteilung und den Umstand, dass sich die vehemente Forderung der SPÖ nach Abschaffung der Studiengebühren als plumper Wahlkampfgag entpuppte, herb enttäuscht.

So entschloss ich mich also an der Demonstration gegen die neue Regierung, die am Tag der Angelobung stattfand, teilzunehmen. Hier wurde ich erstmals unter dem ganzen Getümmel, Megafonen, Fahnen und Transparenten auch auf die KPÖ aufmerksam. Als grundsätzlich immer schon links orientierter Mensch – ich stamme aus einem linksliberalen Elternhaus – zeigte ich mich natürlich interessiert an den an der Demonstration teilnehmenden linken Gruppierungen, von denen ich großteils noch nie zuvor in meinem Leben etwas gehört hatte – ein Umstand der nicht wirklich verwundert, bedenkt man, dass ich – wie schon vorher angeführt – im einer ÖVP-Bastion gleichenden Norden Niederösterreichs aufgewachsen bin, einem ruralen Gebiet also – um das oft im negativen Sinne assoziierte Wort Provinz zu vermeiden – in dem bei Kommunalwahlen parteipolitisch gesehen außer einer dominanten ÖVP, einer kleinen SPÖ und evt. einigen Bürgerlisten gähnende Leere herrscht.

Natürlich wusste ich zwar, wer die KPÖ war, kannte auch in groben Grundzügen ihre Entwicklung noch aus dem Geschichtsunte­rricht in der Oberstufe, doch damit hatte sich’s auch schon. Das nächste Zusammentreffen mit der KPÖ fand dann am 1. Mai 2007 in Wien statt, den ich mir als politisch interessierter und links orientierter Mensch natürlich nicht entgehen lassen wollte. An diesem Tag kam ich, wenn ich mich noch recht erinnere, mit einigen Aktivisten bzw. Sympathisanten kurz ins Gespräch, nahm aber außer einigen Ideen und vielen Foldern nichts Konkretes mit nach Hause.

In den folgenden Wochen und Monaten wurde ich, wie viele andere Menschen in diesem Land auch, immer unzufriedener mit der Politik der Regierung und meine Enttäuschung, besonders über die Umfaller-SPÖ bzw. über Gusenbauer, dem ich zwei Jahre zuvor in meiner Heimatgemeinde, einem 1000-Seelen-Dorf, anlässlich eines Betriebsbesuches stolz gegenüberstehen durfte, wurde immer größer. Es wurde mir klar, dass eigentlich nur mehr die KPÖ als einzige politische Kraft im österreichischen Parteienspektrum meine Ideen und Vorstellungen teilte und wurde daher im Laufe der Zeit, wohl auch in Verbindung mit meinem Studium und mit der immer ärger zerstrittenen Koalition, zum überzeugten Kommunisten.

Der Rest ist eigentlich ziemlich unspektakulär und schnell berichtet. Durch die KPÖ-Websiten im Internet informierte ich mich über die Positionen und Standpunkte der Partei, las mir das Parteiprogramm und die Statuten durch, forschte ein bisschen in der Geschichte der KPÖ und schließlich fasste ich den Entschluss, via Mail Kontakt aufzunehmen. Letztendlich fasste ich nach einem Treffen der Bezirksgruppe Leopoldstadt endgültig den Entschluss, der KPÖ nicht nur bei Wahlen meine Stimme zu geben, sondern auch in dieser aktiv zu werden.

Und diesen Schritt bereue ich nicht. Im Gegenteil: Ich bin froh, durch den Beitritt zur KPÖ Genossinnen und Genossen gefunden zu haben, die meine Ideen und Gedanken zur Gestaltung einer besseren, sozialeren und gerechteren Welt teilen. Dafür kämpfen wir nun gemeinsam – mit Sicherheit. 

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