KOMMUNISTISCHE PARTEI ÖSTERREICHS

Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!

(15.1.2019)

100. Todestag der beiden KommunistInnen Luxemburg und Liebknecht

Am 15. Januar 1919, also heute vor 100 Jahren, wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Zuvor waren beide stundenlang gefoltert worden. Die Täter stammten aus den Reihen der ultranationalis­tischen Freikorps, einer paramilitärischen Gruppierung zur Bekämpfung der Revolution in Deutschland.

Zum Jahreswechsel hatten die beiden die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet. Beliebt waren sie insbesondere, da sie – internationalis­tisch und strikt gegen den Krieg orientiert – eine Beteiligung Deutschlands am Ersten Weltkrieg ablehnten. Ganz im Gegensatz zur offiziellen Linie der SPD, deren prominente Mitglieder beide bis zum Bruch mit dieser Partei waren. Ebenfalls im Gegensatz zur SPD-Linie unterstützten beide auch die revolutionäre Stimmung und Bewegung, die sich in Deutschland immer weiter ausbreitete und in Revolten, Aufständen und der Bildung von Soldaten- und ArbeiterInnenräten um den Jahreswechsel 1918/1919 ausdrückte. Diese Ereignisse forderten die herrschende Ordnung immer weiter heraus, die Ermordung der beiden war eine Reaktion darauf.

Bis heute ist vor allem Rosa Luxemburg für viele MarxistInnen auch in ihrer Rolle als Theoretikerin eine wichtige Bezugsperson. Hatte sie doch die marxistische Theorie jenseits von Marx, Engels oder auch Lenin weiterentwickelt. Besonders bemerkenswert ist bei Luxemburg, wie sie feministische und antirassistische Kämpfe als untrennbar miteinander verbunden ansah. Eine sozialistische Revolution begriff sie als umfassende Befreiung auch von diesen Herrschafts- und Ausbeutungsver­hältnissen.

Mirko Messner, Bundessprecher der KPÖ: „Die Gedanken von Luxemburg sind in Zeiten der autoritären Wende, wie wir sie gegenwärtig wieder erleben, besonders anregend und hilfreich. Denn neben Rassismus ist es schließlich vor allem der aggressive Antifeminismus, auf den die Rechtsregierungen unter Trump, Bolsonaro, Orbán oder auch Kurz setzen.“

Dabei war Luxemburg zugleich auch die vielleicht prominenteste Kritikerin der Entwicklungen im revolutionären Russland. Vor allem was die Unterdrückung abweichender Stimmen betraf, gab sie sich als scharfsinnige Beobachterin sehr kritisch: „Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfre­iheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder öffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die Bürokratie allein das tätige Element bleibt. Das öffentliche Leben schläft allmählich ein. Einige Dutzend Parteiführer von unerschöpflicher Energie und grenzenlosem Idealismus dirigieren und regieren. Unter ihnen leidet die Wirklichkeit. Ein Dutzend hervorragender Köpfe und eine Elite der Arbeiterschaft wird von Zeit zu Zeit zu Versammlungen aufgeboten, um den Reden der Führer Beifall zu klatschen und vorgelegten Resolutionen einstimmig zuzustimmen. Im Grunde also eine Cliquenwirtschaft – eine Diktatur allerdings, aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur einer Handvoll Politiker, das heißt Diktatur im rein bürgerlichen Sinne.“

„Dies ist vielleicht der zentrale Gedanke, den Luxemburg uns mitgibt: eine grundlegender, revolutionärer gesellschaftlicher Wandel kann nur durch Emanzipation der an ihm Beteiligten, der von Partizipation Ferngehaltenen einhergehen. Befreiung kann nicht stellvertretend von oben gedacht, geschweige denn umgesetzt werden,“ so Messner abschließend.


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